Garbage - No Gods No Masters (foto: BMG)

Garbage – No Gods No Masters

Erscheinungsdatum
Juni 11, 2021
Label
BMG
Unsere Wertung
8
Anspieltipps
The Men Who Rule The World
Waiting For God
Godhead
Flipping the Bird
This City Will Kill You
8
Starkes Comeback.
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Gesellschaftskritisch, herausfordernd – Garbage lassen auf ihrem nunmehr siebten Studioalbum „No Gods No Masters“ keinen Stein auf dem anderen und rütteln mit voller Inbrunst an kapitalistischen und patriarchalen Grundordnungen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten wir Fran Healy im Interview. Der Travis-Frontmann befand damals, dass heutzutage kaum noch gute Songs geschrieben werden. Seine These: „Der Grund dafür ist, dass heute immer mehr Produzenten Songs schreiben. Und Produzenten sind einfach keine Songwriter. Produzenten sind Produzenten.“ Wenn man so will, sind Garbage dazu so ein bisschen die Anthitese. Denn die Band besteht, abgesehen von Frontfrau Shirley Manson, eigentlich nur aus Produzenten. Butch Vig (der unter anderem Nirvanas „Nevermind“ produzierte), Duke Erikson und Steve Marker hoben die Gruppe 1993 aus der Taufe. 1994 stieß Manson dazu. Und seit dem Release ihres Debütalbum 1995 hat die Kapelle ja ein ums andere Mal bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist, gute Songs zu schreiben. Sieben Grammy-Nominierungen und 17 Millionen verkaufte Alben sprechen eine deutliche Sprache.

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Gelungene Rückkehr

In den vergangenen fünf Jahren war es ein bisschen still um die Alternative Rocker, seit dem bis dato letzten Studioalbum „Strange Little Birds“ (2016) gab’s nochmal eine Tour, um das Jubiläum des Erfolgsalbums „Version 2.0“ zu feiern. Ansonsten zog sich die Band aber zurück. Seit 2018 wurde an „No Gods No Masters“ gebastelt. Man hatte sich schließlich einiges vorgenommen. „Dies ist unsere siebte Platte. Und diese bedeutungsvolle Zahl hat die DNA des Inhalts beeinflusst: die sieben Tugenden, die sieben Leiden Mariens, die sieben Todsünden“, sagt Shirley Manson über das grimmige neue Album. Es geht darauf um große Themen. Kapitalismus und Lust. Verlust und Trauer. Harter Tobak. „Wir wollten versuchen, einen Sinn darin zu sehen, wie f***ing verrückt die Welt ist und in was für einem  erstaunlichem Chaos wir uns befinden. Dies ist die Platte, die wir gefühlt zu diesem Zeitpunkt einfach machen mussten.“

Offenbar mussten wir sie auch unbedingt hören. Die elf neuen Songs (in der Standard-Version) können nämlich wirklich überzeugen. Man möchte sich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und sagen: So stark klangen Garbage seit „Version 2.0“ (1998) nicht mehr. Irgendwie retro, aber dennoch fresh genug. Und dazu lodert in Mansons Texten immer noch das Feuer. „If I Had A Dick / Would You Know It / Would You Blow It„, fragt sie in „Godhead“ den Zuhörer. Einer von vielen Momenten auf dieser Platte, in denen sie sich am Patriarchat abarbeitet, der stärkste ist dabei wohl direkt der Opener „The Men Who Rule The World“. Nicht immer ist der Sound dabei aber messerscharf und aggressiv. Garbage können auch melancholisch, wie etwa das unter die Haut gehende „Waiting For God“ eindrucksvoll beweist, das von der Black-Lives-Matter-Bewegung inspiriert ist. Der Song soll aber, zumindest zum Teil, vor der Ermordung von George Floyd entstanden sein.

Eklektisch, aber nicht planlos

Der Ansatz dieser Platte ist ziemlich eklektisch, was aber nicht mit Planlosigkeit zu verwechseln ist. Die Abwechslung, die diese Platte bietet, ist ihre große Stärke. Hier ein bisschen Joy Division, da ein bisschen The Cure, dort eine Prise Roxy Music, und ein bisschen Bowie oder Depeche Mode darf es auch gern sein. Garbage werden auf „No Gods No Masters“ nie langweilig.

Und so lohnt sich für den Fan vielleicht sogar eine der erweiterten Versionen des Albums. Garbage veröffentlichen eine Deluxe-CD/Digitalversion von „No Gods No Masters“, die Coverversionen klassischer Stücke enthält, darunter David Bowies „Starman“ und „Because the Night“ (Patti Smith/Bruce Springsteen). An der Version von „Because the Night“ wirkt auch die US-Punkrockband Screaming Females mit. Das Deluxe-Album enthält überdies die seltenen Garbage-Tracks „No Horses“, „On Fire“, „Time Will Destroy Everything“, „Girls Talk“, „The Chemicals“ und „Destroying Angels“, wobei bei den drei letztgenannten Brody Dalle, Brian Aubert und John Doe beziehungsweise Exene Cervenka mitwirken. 

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