Caria (foto: Carina Castillo)

My Soundtrack: Caria

Carina Castillo ist der Kopf von Caria, einem Bandprojekt aus Rostock, dessen musikalische Wurzeln bis nach Lateinamerika reichen. Castillo stammt aus Panama und der Ukraine; aufgewachsen ist sie in Norddeutschland. Zusammen mit Musiker und Produzent Philipp Krätzer entstand unter dem Namen Caria das Debütalbum „Mädchen wie ich“, in dem lateinamerikanische Energie auf osteuropäische Einflüsse und deutsche Urbanität trifft. Die Musik: tanzbar und doch kantig. Pulsierende Beats, bewusste Brüche und eine gewisse Edginess sorgen dafür, dass die Songs nie einfach nur glatt durchlaufen. Auch textlich bleibt Caria unbequem. Die Songs greifen persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Widersprüche und kulturelle Konflikte auf – direkt, ungefiltert und oft näher an der Realität, als im ersten Moment angenehm erscheint. Reinhören lohnt sich – und reinlesen. Und zwar in diese My-Soundtrack-Episode, die wir mit Carina auf die Beine gestellt haben.

Peter Fox – Schwarz zu blau

Peter Fox gehört für mich zu meinen absoluten Lieblingskünstlern aus Deutschland. Ich bin mit seiner Musik groß geworden und lasse mich bis heute gerne von seiner Art inspirieren, Musik zu machen. Für mich ist er einer der stärksten deutschen Songwriter überhaupt. Seine Texte sind unglaublich bildhaft, ehrlich und schaffen es, ganze Welten entstehen zu lassen. Seine Musik hat bis heute einen großen Einfluss auf viele Künstler in der deutschen urbanen Szene.

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„Schwarz zu Blau“ ist für mich einer seiner beeindruckendsten Songs. Ich durfte Peter Fox auch schon live erleben und seine Musik hat mich dadurch noch mehr mitgerissen. „Schwarz zu blau“ zeigt auf eine sehr besondere Weise die Gegensätze von Berlin, auf der einen Seite die Hässlichkeit der Stadt, die dunklen und dreckigen Ecken, auf der anderen Seite aber auch die Schönheit und Magie, die darin steckt. Genau das liebe ich daran.

BlackPink – Go

„Go“ von Blackpink gehört für mich zu den Songs, die zeigen, wie vielseitig moderne Popmusik heute sein kann. Ich höre generell sehr unterschiedliche Musik,von Klassik über elektronische Musik bis hin zu Soul, R&B, Hip-Hop und auch K-Pop. Deshalb gehört für mich auch diese musikalische Welt dazu.

Was mich an dem Song besonders anspricht, ist die Verbindung aus modernen elektronischen Elementen und Popmusik. Ich mag es sehr, wenn Produktionen kraftvoll und zeitgemäß klingen, dabei aber trotzdem melodisch bleiben und einen direkt abholen.

Was man der K-Pop-Szene außerdem hoch anrechnen muss, sind die Musikvideos. Für mich sind das oft richtige kleine Kunstwerke. Es ist faszinierend, wie viel Liebe zum Detail dort hineinfließt, von den Bildern über Farben, Choreografie und Styling bis hin zum gesamten visuellen Konzept. Die Musik und die Videos gehen oft Hand in Hand und erschaffen zusammen eine eigene Welt.

Jvke – Golden Hour

„Golden Hour“ von Jvke ist einer von sehr seltenen Songs, die mich schon beim allerersten Hören direkt berührt haben. Ich war sofort gefesselt und habe mich augenblicklich in den Song verliebt. Das passiert mir tatsächlich nicht oft.

Da ich selbst Klavier spiele und durch mein Musikstudium auch einen besonderen Blick auf Kompositionen entwickelt habe, hat mich vor allem die musikalische Gestaltung fasziniert. Besonders das Klavier hat mich sofort abgeholt.

Es klingt nicht nach einem klassisch sauber gestimmten Klavier, sondern hat diesen leicht verstimmten, eigenen Charakter und eine ganz besondere Klangfarbe.

Außerdem liebe ich Orchesterklänge, und Jvke schafft es, auf eine unglaublich schöne Art, moderne Popmusik mit orchestralen Elementen zu verbinden.

Jedes Mal, wenn ich ihn höre, bekomme ich einfach gute Laune.

Zedd – Addicted to a Memory

Für den Song „Addicted to a Memory“ von Zedd hat mich damals meine Schwester begeistert. Lustigerweise kommt Zedd ursprünglich auch aus Deutschland und lebt akuell in Amerika als DJ und Produzent für große Künstler. 

Mich hat vor allem seine Art, mit elektronischer Musik umzugehen, total gepackt. Ich liebe elektronische Sounds generell, aber bei ihm fühlt es sich für mich immer sehr musikalisch und durchdacht an.Das besondere an dem Song für mich ist die Verbindung aus den Harmonien, der Melodie und den Klangwelten, die er erschafft.

Auch die Sounds und die Produktion finde ich unglaublich spannend. Obwohl der Song mittlerweile schon einige Jahre alt ist, fühlt er sich für mich überhaupt nicht alt an. Er hat mich damals direkt gepackt und ist bis heute einer dieser Songs geblieben, die ich einfach immer wieder gerne höre.

Prokofjew Op.64, Act1 Montagues und Capulets – Tanz der Ritter – Romeo und Julia

Zum Schluss wähle ich „Montagues und Capulets (Tanz der Ritter)“ aus „Romeo und Julia“ von Prokofjew . Ich bin auch mit klassischer Musik groß geworden und dieses Stück ist für mich einfach unglaublich episch. Es gehört zu diesen Kompositionen, bei denen schon die ersten Töne eine ganz bestimmte Atmosphäre erschaffen.

Auch wenn ich selbst Popmusik mache und mich viel im modernen und elektronischen Bereich bewege, gehört klassische Musik für mich einfach dazu und wird immer ein wichtiger Teil meiner musikalischen Welt bleiben. Ich liebe orchestrale Musik und wir verwenden auch in unserer eigenen Musik immer wieder orchestrale Elemente und Sounds. Für mich ist klassische Musik bis heute eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.

Gerade dieses Stück hat eine unglaubliche Kraft und Dramatik. Und auch wenn es schon vor so langer Zeit komponiert wurde, wirkt es bis heute zeitlos. Manche Stücke brauchen gar keine große Erklärung sie sprechen einfach für sich selbst. Dieses gehört für mich definitiv dazu.

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