Etwas für die Romantiker unter unseren Lesern: „Ein fast perfekter Antrag“ stellt die Frage, ob eine zweite Chance für die Liebe nach 40 Jahren noch Sinn ergibt – oder nicht. Die deutsche RomCom mit Starbesetzung liegt nun fürs Heimkino vor.
Der eigenwillige Witwer Walter (Heiner Lauterbach) vertreibt sich seine Zeit im Ruhestand damit, Restaurants zu testen und akribisch im Internet zu bewerten. Bei einem seiner Restaurantbesuche trifft er zufällig seine Jugendliebe Alice (Iris Berben) wieder. Vor 40 Jahren hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht und war spektakulär gescheitert. Die lebensfrohe und freigeistige Kunstprofessorin ist auch heute noch das genaue Gegenteil des altmodischen, akkuraten Walter. Der Ehrgeiz des pensionierten Ingenieurs ist geweckt. Er will es diesmal besser machen, während Alice gar nicht daran denkt, denn sie liebt ihr unabhängiges Leben und braucht keinen Beziehungsstress. Sie stellt eine Bedingung: Erst wenn er echtes Interesse an ihrer Welt zeigt, bekommt er vielleicht eine zweite Chance.
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Und so schreibt sich Walter, der sich nie für Kunst interessiert hat, zu Alice Entsetzen als Gaststudent in ihrem Kurs ein – fest entschlossen, sich selbst und ihr zu beweisen, dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen. Aber nicht nur Alice stellt ihn vor ungeahnte Herausforderungen, sondern auch die Begegnung mit seinen 40 Jahre jüngeren Kommiliton*innen. Unerwartet finden sich Alice und Walter in einem neuen, aufregenden Kapitel ihres Lebens wieder und müssen sich fragen: Rostet alte Liebe wirklich nicht?
Iris Berben und Heiner Lauterbach – zwei große TV- und Filmhelden der Boomer-Generation. Und das ist beileibe nicht böse oder abwertend gemeint. Aber: Damit wäre auch die Zielgruppe dieser Komödie von Regisseur Marc Rothemund klar umrissen. Der jüngeren Generation wäre die Penetranz von Walter wohl schwer als „romantisch“ zu vermitteln, da wäre die Grenze zur creepy Aufdringlich- und Übergriffigkeit wohl längst überschritten. Auch die Art und Weise, wie klischeehaft eher jüngere Semester in dem Film dargestellt werden, käme beim jungen Publikum wohl eher nicht so gut an. Leider reißen es am Ende auch die Leistungen von Berben und Lauterbach nicht raus, die beide nicht wirklich überzeugend agieren. Ein paar Wohlfühlmomente hat es am Ende aber immerhin – und auch die Kulisse Regensburg ist erfrischend unverbraucht.
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