Eingängiger Rock, made in Belfast: Dea Matrona legen mit „Hate That I Care“ ihr zweites Album vor. Ihren DIY-Ansatz behalten die beiden Musikerinnen drauf glücklicherweise bei.
Dea Matrona, das sind im Kern Mollie McGinn und Orláith Forsythe aus dem nordirischen Belfast. Die beiden Musikerinnen gingen zur selben Schule, kannten sich aber nicht, bevor sie schließlich der Gesangswettbewerb Scór na nÓg zusammenbrachte. Beide wollten sich für eben diesen anmelden, es war aber nur noch ein Slot frei und der zuständige Lehrer schlug kurzerhand vor, dass beide doch gemeinsame Sache machen sollten. McGinn und Forsythe performten „Travelin‘ Soldier“ von The Chicks und hatten dabei so viel Spaß, dass aus der einmaligen Angelegenheit eine musikalische Partnerschaft wurde. Der Grundstein für Dea Matrona war gelegt, auch wenn sich beide zunächst erst einmal als Coverband auf Hochzeiten und ähnlichen Festivitäten verdingten.
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Dea Matrona – der Name ist aus der keltischen Mythologie entlehnt und bedeutet so viel wie „Divine Mother Goddess“ – veröffentlichten 2019 ihre Debüt-EP „Tidal“ und gingen 2020 mit einem Fleetwood-Mac-Cover („Oh Well“) viral, was ihnen die Möglichkeit einbrachte, ihre eigene Single „Make You My Star“ im irischen Late-Night-TV zu zeigen. Das Debütalbum „For Your Sins“ kam 2024 auf den Markt. Dass die Platte komplett self-released war, macht es umso beeindruckender, dass die Band damit die Top 20 der schottischen Album-Charts erreichte. In den UK Independent Album Breakers Charts erreichte sie Platz eins.
Immer noch DIY
Nun also: der Nachfolger. Mit ihrem zweiten Album “Hate That I Care“ setzt die Kapelle ihren musikalischen Weg konsequent fort. McGinn und Forsythe haben das Album, das bei AWAL (Artists Without Label) erschienen ist, vollständig selbst geschrieben, produziert und aufgenommen. Musikalisch liegt der Schwerpunkt dabei noch etwas stärker auf Alternative Rock, dann und wann erinnert der Klang an The Cranberries oder Fleetwood Mac.
Inhaltlich dreht sich die Platte vor allem um Themen wie Erwartungen von außen und die Frage nach der eigenen Identität als Band. Laut Dea Matrona spiegelt das Album sowohl Erfahrungen aus intensiven Tour-Phasen als auch Momente der Selbstreflexion wider. Die Songs bewegen sich zwischen Verletzlichkeit und Entschlossenheit und setzen sich mit dem Gefühl auseinander, sich in einer schnelllebigen Umgebung behaupten zu müssen, ohne die eigene künstlerische Haltung aufzugeben. Mit all dem Frust, der damit auch einher geht. Gleichzeitig gewinnt auch die Produktion an Tiefe und erweitert den bisherigen Sound um dichtere Arrangements und stärkere dynamische Kontraste.
Das sind die Glanzlichter
Zu den Highlights gehört sicherlich der Titeltrack, der die zehn Songs umfassende Tracklist eröffnet. Mit all seiner Energie ein cleverer Opener. Zieht direkt rein. Trotz seiner starken Hooks ist da eine Ambivalenz, es schimmert durch die Intensität auch eine gewisse Nachdenklichkeit durch.
Auch “My Own Party“ bleibt haften. Die Nummer, die von toxischen Beziehungen erzählt, setzt auf einen druckvollen, melodischen Sound mit treibenden Drums, lebendigen Gitarren und vielschichtigen Vocalharmonien im Refrain. Der Song trägt eine leicht angespannte, melancholische Stimmung in sich, ist zugleich aber um eine starke, eingängige Hookline aufgebaut.
Politisch geben sich Dea Matrona auf „A Rebel Song“, auf dem die Band zu Western-inspirierter Musik ist Weltlage verhandeln. Steht ihnen.
Mit “Told U I’m Strange“ hat es dann auch noch den nahezu perfekten Closer. Das abschließende Stück des Albums lässt den Hörer mit dem Gefühl zurück, mehr von der Band hören zu wollen. Dabei entstand die Nummer aus einer spontanen Improvisationssession und entwickelte sich zu einer unbeschwerten Hymne.
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