Die Fußball-Weltmeisterschaft neigt sich dem Ende zu, die Deutschen haben schon lange die Segel gestrichen. Da kommt eine Erinnerung an bessere Zeiten gerade recht. Wie etwa die Doku „Ein Sommer in Italien – WM 1990“. Die liegt jetzt fürs Heimkino vor.
Nein, die Deutschen haben sich bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wieder mal wurde das Achtelfinale nicht erreicht, die Enttäuschung ist groß, wie seinerzeit nach den Turnieren in Russland (2018) und Katar (2022). Das Gefühl der Unbesiegbarkeit, wie es die Deutschen nach ihrem WM-Titelsieg 1990 kurzzeitig ausstrahlten, ist den Deutschen abhanden gekommen.
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1990 aber, da war es da. Was war das für eine Welle der Euphorie, auf der die DFB-Elf damals ritt. Das Turnier in Italien gewonnen, durch ein 1:0-Sieg im Finale gegen Argentinien (Tor per Elfmeter: der vor zwei Jahren verstorbene Andy Brehme), und dann sollten ja auch bald die Kicker der ehemaligen DDR zum Team stoßen. Wer sollte diese Mannschaft in Zukunft noch schlagen? Dass die Antwort auf diese größenwahnsinnige Frage „Dänemark“ (1992) und „Bulgarien“ (1994) lauten sollte, wusste man damals noch nicht. Auch nicht, welche große Bürde der Satz von der Unbesiegbarkeit für Beckenbauer-Nachfolger Berti Vogts sein würde.
Emotionalität ohne Kitsch
„Ein Sommer in Italien – WM 1990“ wirft nun nochmal ein Schlaglicht auf diesen aus deutscher Sicht geradezu märchenhaften Fußball-WM-Sommer 1990. Während das Land im Aufbruch war, sorgte das Team unter Franz Beckenbauer für die passenden Bilder dazu. Bilder, die sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Die Doku erzählt nun die Geschichte hinter dem Triumph mit neuen Perspektiven, persönlichen Erinnerungen und einzigartigem Archivmaterial.
Die Regisseurinnen Vanessa Goll und Nadja Kölling zeichnen dabei auch ein emotionales Bild von Freundschaft, Loyalität und Hoffnung in einem neu vereinten Deutschland, in dem alle Utopien gar nicht mehr so utopisch schienen. Und das, ohne allzu kitschig zu werden. Neben Lothar Matthäus kommen unter anderem Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Bodo Illgner, Guido Buchwald, Pierre Littbarski, Andreas Möller und Karl-Heinz Riedle zu Wort und lassen die Ereignisse von damals aus heutiger Sicht noch einmal lebendig werden.
Mit exklusiven Hintergründen und Anekdoten von den Weltmeistern persönlich zeigt sich die Mannschaft reflektiert wie nie. Ergänzt wird der Dokumentarfilm durch bislang unveröffentlichte Privataufnahmen von Sepp Maier sowie seltenen Schätzen aus den FIFA-Archiven, die einen außergewöhnlichen Blick hinter die Kulissen der Weltmeisterschaft ermöglichen.
„Ein Sommer in Italien – WM 1990“ basiert übrigens auf dem Ende 2023 im Edel-Verlag erschienenen Bestseller „Wir Helden von Rom – Die wahre Geschichte der WM 1990“.
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