Welshly Arms (foto: peter larson/universal music)

Live: The Glorious Sons & Welshly Arms in Frankfurt

Wenn die Vorband reizvoller als der Main Act ist: Am Montagabend haben die US-Rocker Welshly Arms in der Frankfurter „Batschkapp“ ihr Album „No Place Like Home“ vorgestellt. Heimliche Stars des Abends waren aber die Glorious Sons, die in der Main-Metropole den Support-Act gaben und den Headlinern die Show stahlen.

Raumgreifend. Theatralisch. Hymnisch. Vielleicht sind das die Vokabeln, die den Sound von Welshly Arms am besten beschreiben. Und so ist es ja irgendwie kein Wunder, dass der Alternative-Blues-Rock des Sextetts aus Cleveland/Ohio, das sich nach einem „Saturday Night Live“-Sketch benannt hat, ganz gerne in Film und Fernsehen verwendet wird. Quentin Tarantino griff schon auf Material der Band für den Trailer zu seinem Film „The Hateful Eight“ zurück, die Wrestling-Liga WWE wählt Songs der Gruppe gerne als Theme für ihre Shows und „Legendary“, der große Hit der Kapelle, wurde sogar zur offiziellen Filmmusik von „Power Rangers“.

Natürlich hatte die 2013 gegründete Gruppe um Frontmann Sam Getz ihren großen Hit mit im Gepäck, als sie in der „Batschkapp“ auflief. Die Midtempo-Nummer mit dieser prägnanten Gospel-Glasur, die in den USA die Top 10 der Charts und in Deutschland die Top 20 knackte, sorgte an diesem Abend denn natürlich auch für die prächtigste Stimmung im Laden. Dicht gefolgt von „Sanctuary“. Doch schon an diesem Song wird auch das ganze Dilemma der Band deutlich. Zu bemüht versucht die Kapelle, die Erfolgsformel von „Legendary“ zu wiederholen. Immer und immer wieder. Auf Konzertlänge wirkt das Ganze dann doch recht monoton, auch wenn kein Song für sich genommen nun schlecht ist. Im Gegenteil. Irgendwann sind aber die vielen Gospel-Chöre, der ganze Pop-Bombast, einfach nur ermüdend. Nette Ausreißer immerhin: das etwas wuchtigere „Down To The River“ und die gefühlige Ballade „Unspoken“.

Keine Frage: Welshly Arms sind sicherlich eine ganz talentierte Truppe. Es würde ihr allerdings gut tun, Material und Präsentation etwas weniger auf Hochglanz zu polieren. Ein bisschen mehr „edge“ zuzulassen. Denn so wirkt die Show dann doch irgendwie eigentümlich steril.

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Das eigentliche Glanzlicht: die Glorious Sons

The Glorious Sons in Frankfurt (foto: fiege)

Authentischer kommen da die Glorious Sons aus Kingston/Ontario daher. Die kanadische Rock-Band um den charismatischen und stimmlich herausragenden Frontmann Brett Emmons (den wir an dieser Stelle auch interviewt haben), ist uns bereits im vergangenen Jahr in Chicago aufgefallen. Seither hat sich bei der Band viel getan. Zwei Live-Alben und ein neues Studioalbum („A War On Everything“) sind neu erschienen. Klar, dass die Truppe das neue Material denn auch in Frankfurt mit am Start hatte. Der Sound ist mit „raumgreifend“ ebenso gut umschrieben, allerdings kommen die Songs um einiges kantiger und wuchtiger daher. Man könnte auch sagen: authentischer. Da ist nichts choreographiert, da gibt es keine auswendig gelernten Aufsager zwischen den Songs – die Jungs hämmern einem einfach ihren melodiösen, aber harten Rock ins Ohr. Der ist nicht mehr ganz so im Cock-Rock-Sound der 1970er verhaftet wie in den frühen Zeiten, sondern kommt mittlerweile deutlich moderner daher – ohne aber seine Wurzeln zu verraten. Highlights des Sets: der frühe Hit „White Noise“, das chaotische „Wild Eyes“ sowie das überaus eingängige „Spirit To Break“.

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