Live: Mark Forster in Kaiserslautern – Einblicke in den Maschinenraum

Popstar Mark Forster bereitet sich auf den Sommer vor. Unter anderem mit einer kleinen Konzertreihe in der Heimat, in Kaiserslautern. Für diese hat sich Forster eine besondere Location ausgesucht.

Für einen Moment hörte sich Mark Forster am Freitagabend so an wie der ehemalige Bundesgesundheitsminister. Nur unverblümter. „Wir werden einander viel verzeihen müssen“, hieß es seinerzeit bei CDU-Mann Jens Spahn. Bei Mark Forster klang es etwas direkter: „Wir werden heute ziemlich viel verkacken“.

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Was im ersten Augenblick klingt wie der komplette Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten, war in Wahrheit eine Einschwörung des Publikums auf etwaige, erwartbare Holperer im Set. Denn Mark Forster befindet sich gerade inmitten in den Vorbereitungen auf die Sommer-Saison, mehrere große Open-Air-Auftritte stehen an, und da will natürlich kräftig geprobt werden. Zumal die letzten Konzerte von Forster und seiner Band nun auch schon anderthalb Jahre zurückliegen. Den Rost wollen die Musiker nun loswerden. Die drei Konzerte in Kaiserslautern finden daher jeweils im Anschluss an Probetage im Irish House statt, sie sind für das Publikum sozusagen ein seltener Einblick in den Maschinenraum des Musikers.

Tour im Sommer geplant

Eingefädelt wurde das Ganze vor sechs Wochen, wie Ronald Bähr verrät, der mit seiner Frau Sandra das Irish House besitzt. Da hätte sich Mark Forsters Management bei ihnen gemeldet und gefragt, ob sie das Irish House für Proben und drei Konzerte anmieten könnte. Konnten sie. 

Dass Forster ausgerechnet die um 1900 im Landhausstil errichtete Location für sein Tour-Trainingscamp ausgewählt hat, ist kein Zufall. Der in Kaiserslautern geborene und in Winnweiler aufgewachsene Forster hat eine besondere Verbindung zum Irish House, hier hat er vor mehr als 20 Jahren, damals noch mit seiner Schülerband, seine ersten Auftritte absolviert. Als wegen Corona ein geplantes Konzert auf dem Betzenberg nicht stattfinden konnte, gab Forster ebenda auch ein kleines, intimes Konzert im Irish House. Vor gerade mal 200 Zuschauern, wer sonst noch interessiert war, konnte die Show via Stream im Internet verfolgen.

In 60 Sekunden ausverkauft

Diesmal wurde die Zuschauerzahl pro Konzert auf 150 Personen begrenzt, so war es zwar immer noch recht kuschelig, aber man stand sich nicht so extrem auf den Füßen. Die Karten waren ratzfatz weg. „Als wir die Tickets zum Verkauf freigaben, wollte ich gerade einen Social-Media-Post absetzen, um die Konzerte zu bewerben. Aber da waren sie schon ausverkauft, das hat keine 60 Sekunden gedauert“, so Forster, der dann augenzwinkernd nachschob: „Ihr müsst alle unheimlich schnell an den Tasten sein.“

Dafür, dass das Konzert im Grunde eine erweiterte Probe war, lief es hervorragend. Gut, einen Texthänger gab es am Anfang, und auch beim Einsatz eines Samples, das mit Hilfe des Publikums live aufgenommen wurde, hat es gehakt, sodass die beiden betroffenen Songs nochmal neu angesetzt werden mussten. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Mit den kleinen Fehlern hier und da gingen Forster und Band entspannt um, Forster nutzte die außergewöhnliche Situation, um seine Entertainer-Qualitäten voll auszuspielen.

„Die Hütte hat gerade gebrannt“

Als er und seine Kollegen in der Mitte des Sets plötzlich auf der Bühne Platz nahmen, scherzte er: „Ihr müsst euch jetzt einfach vorstellen, es ist Open Air und hier hat die Hütte gerade so richtig gebrannt. Auf euch ist Konfetti geregnet, ihr habt Pyro bestaunt, das ganze Programm. Und jetzt holen wir euch mit einem Unplugged-Teil wieder ein bisschen runter.“

Den Akustik-Part nutzte Forster denn auch, um eine echte Live-Rarität zum Besten zu geben. „Was du nicht tust“, ein eher leiser Song, der 2018 auf dem Album „Liebe“ veröffentlicht wurde, hat es tatsächlich auf die Setlist in Kaiserslautern geschafft. „Den haben wir bisher nur ein einziges Mal live gespielt, in Paris. Das ist hier heute also die Deutschland-Premiere“, so Forster, der sagt, dass das Lied für ihn ein sehr persönliches, sehr intensives sei.

Deep Cuts und Hits

Neben solchen Deep Cuts waren an diesem Freitagabend natürlich auch die großen Klassiker am Start. „Drei Uhr nachts“, „Au revoir“, „Sowieso“, „Wir sind groß“, „194 Länder“, „Mellow Mellow“, „Übermorgen“ – alles dabei, da blieben keine Wünsche offen.

Für „Chöre“, das sich Forster für den Zugabenteil aufgespart hat, hatte sich der Künstler etwas Besonderes überlegt. Hier teilte er die Bühne mit der zwölfjährigen Mia aus Mehlingen (Landkreis Kaiserslautern), die er während des Konzerts als Überraschung mit dem Handy ihres Vaters anrief und zu sich auf die Bühne einlud. Großmutter Sylvia karrte die Schülerin dann eigens für die Zugabe heran. Weil das aber nicht rechtzeitig klappte, musste Forster die Nummer zweimal singen, damit Mia noch zu ihrem Recht kam. Das Publikum hatte das eingefordert.

Publikum, Star und Band hatten augen- und ohrenscheinlich eine gute Zeit. Man scheint im Forster-Camp also auf einem guten Weg zu sein. Das tröstet den ausgewiesenen FCK-Fan vielleicht auch darüber hinweg, dass der 1. FCK mit ihm im Stadion, kurz vor dem Konzert, 0:2 gegen Eintracht Braunschweig verlor. „Immer wenn ich im Stadion bin, verlieren sie. Das ist auch schon anderen Besuchern aufgefallen“, so Forster. Immerhin: Zum Auftritt hatte er es  rechtzeitig zurück ins Irish House geschafft. Und gezeigt, dass man trotz Niederlage gut Party machen kann.

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