Wenn Anders Thomas Jensen und Mads Mikkelsen gemeinsame Sache machen, kann im Grunde nichts schief gehen. „Therapie für Wikinger“, die sechste Zusammenarbeit der beiden, ist erneut ein Beweis dafür. Die schwarzhumorige, groteske Komödie liegt nun fürs Heimkino vor.
Nach 15 Jahren wegen Bankraub wird Anker (Nikolaj Lie Kaas) aus dem Gefängnis entlassen. Die Beute hat damals sein Bruder Manfred (Mads Mikkelsen) vergraben, der seit seiner Kindheit an einer Identitätsstörung leidet. An das Geld und daran, wo er es vor 15 Jahren vergraben hat, kann sich Manfred dummerweise nicht mehr erinnern. Anker bringt seinen Bruder daher zurück in ihr gemeinsames Elternhaus, in der Hoffnung, dies könnte die Erinnerung an sein früheres Ich auslösen – denn Anker hat keine Zeit zu verlieren: Sein Komplize von damals, Friendly Flemming (Nicolas Bro), ist ihnen auf den Fersen und beansprucht die Beute für sich …
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Die Skandinavier können nicht nur düstere Krimis, sondern sind auch in Sachen „Komödie“ mittlerweile spitze. „Therapie für Wikinger“ ist der neueste Beweis dafür. Mads Mikkelsen und Nikolai Lie Kaas überzeugen in dieser abgründigen, aber auch teils gewalttätigen Krimi-Komödie über konfuse Identitäten und zwei Brüder, die sich lieben. Die Gags sitzen, manche sind dabei durchaus düster, das Lachen soll dem Publikum zum Teil auch im Halse stecken bleiben, das ist so gewollt. Dabei gelingt es Regisseur Anders Thomas Jensen aber, das Gleichgewicht zwischen schwarzem Humor und existenzieller Tragik grandios zu meistern. Auch darin sind die Skandinavier schließlich geübt.
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