Wenn die Welt plötzlich aus den Fugen gerät: In „Extrawurst“ entzweit sich ein Tennisverein aufgrund einer Rassismusdebatte, die sich an der Grillwurst entzündet. Die Komödie mit Starbesetzung liegt nun digital fürs Heimkino vor, am 28. Mai folgt der physische Release.
Heribert (Hape Kerkeling), Vorsitzender des Tennisclubs Lengenheide, und sein ehrgeiziger Vize Matthias (Friedrich Mücke) lassen über die Anschaffung eines Grills für die nächste Vereinsfeier abstimmen. Das alte Gerät soll ausgedient haben. Der hippe Werbetexter Torsten (Christoph Maria Herbst) haut noch einen flotten Spruch raus, da schlägt seine Frau (Anja Knauer) vor, für ihren muslimischen Doppelpartner (Fahri Yardim) einen zweiten Grill zu kaufen, damit dieser sein Grillgut halal zubereiten kann. Doch die gut gemeinte Idee führt zu einem turbulenten Schlagabtausch, bei dem Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, Gutmenschen und Hardliner frontal aufeinanderprallen.
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Debattenkultur im Fokus
Lange haben wir neidisch nach Frankreich geschaut, wenn es um das ernste Thema „Komödien“ ging. Und obwohl sich einiges getan hat in den vergangenen Jahren sind deutsche Komödien immer noch nicht auf dem Niveau der Nachbarn angekommen. Wenn aber einer aus dem Quartett Bastian Pastewka – Anke Engelke – Christoph Maria Herbst – Hape Kerkeling mit von der Partie ist, dann ist das schon mal ein Hinweis darauf, dass es lustig wird. „Extrawurst“ wartet gleich mit zwei davon auf, Kerkeling und Herbst in einem Film – das alleine ist schon Grund, sich den Streifen anzuschauen.
Man wird nicht enttäuscht. „Extrawurst“, das auf einem erfolgreichen Theaterstück von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob basiert und von Regisseur Marcus H. Rosenmüller für die Leinwand umgesetzt wurde, punktet mit jeder Menge gelungenen Gags und einem Ensemble, das durch die Bank weg überzeugt. Eine Culture-Clash-Komödie par excellence, die zwar einer altbekannten Formel folgt, dabei aber nicht viel falsch macht. Hier werden unterhaltsam große Themen verhandelt, Land gegen Stadt, Inklusion, Alltagsrassismus, Homosexualität, Veganismus, Klimawandel, you name it. Das Ganze aus mehreren Blickwinkeln. Ein Film, der die aus dem Ruder gelaufene Debattenkultur in diesem Land gekonnt aufs Korn nimmt – und uns vor Augen führt: mehr zuhören, weniger reden.
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