Roxette (foto: warner music)

Roxette: Zum Tod von Marie Fredriksson

Sie war eine der prägenden Stimmen der achtziger und neunziger Jahre: Marie Fredriksson. Am Montag ist die frühere Sängerin von Roxette im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Sie hinterlässt einen Mann und zwei Kinder.

Zeitlos. Vielleicht kann man die Musik von Roxette so am besten beschreiben. Oder: Aus der Zeit gefallen, im besten Sinne des Wortes. Denn irgendwie war der Pop-Rock, den Gessle und Fredriksson da ab Mitte der achtziger Jahre so erfolgreich präsentierten, schon damals irgendwie anachronistisch. New Wave, Hip Hop, später Grunge, Britpop und Techno bestimmten diese beiden Dekaden. Doch keine dieser Wellen konnte die beiden Schweden aus den Charts spülen. Roxette – auf das schwedische Duo konnte man sich irgendwie immer einigen.

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Begegnet sind sich Gessle und Marie Fredriksson zwar schon Ende der siebziger Jahre in Halmstad, doch es sollte noch bis Mitte der achtziger Jahre dauern, ehe die beiden dauerhaft professionell zusammenfanden. Bis dahin gab Gessle den Frontmann der in Schweden recht populären Rock-Band Gyllene Tider. Marie Fredriksson hatte sich als Solo-Künstlerin einen Namen gemacht. „Roxette“ – der Name wurde einem Song von Dr. Feelgood entlehnt.

Ob Gessle und Fredriksson damals bereits ahnten, hinter ABBA der wichtigste schwedische Pop-Export zu werden? Fraglich. Das Debütalbum der Gruppe, „Pearls Of Passion“ wird zwar in Schweden ein Renner, im Ausland wird die Platte aber – obwohl die Songs in Englisch vorgetragen werden – weitgehend ignoriert. Erst das zweite Album „Look Sharp“ bringt 1989 die erwünschte internationale Aufmerksamkeit. Maßgeblich daran beteiligt: ein amerikanischer Austauschstudent, der das Album mit in sein Heimatland nahm und einem lokalen Radiosender zeigte. Der nahm „Look Sharp“ in seine Rotation, mehrere weitere Sender schlossen sich an – und Roxette hatten in den USA einen echten Hit.

Die Hitformel trägt lange

Es sollte nicht der letzte bleiben. „Listen To Your Heart“, „It Must Have Been Love“, „Spending My Time“, „Joyride“, „Fading Like A Flower“ – Evergreens. Die beiden Schweden hatten eine Erfolgsformel gefunden, die lange prächtig funktionierte. Gessle, mit einem guten Näschen für einprägsame Melodien ausgestattet, bediente sich hinsichtlich der Harmonien gerne bei den Beatles. Dazu garnierte er seine Songs mit Elementen aus dem Rock. Fredriksson verlieh den Liedern mit ihrer wunderbaren Stimme dann das gewisse Etwas, eine gewisse Sexiness.

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Um die Jahrtausendwende beginnt der Stern von Roxette langsam zu sinken. 2002 dann der große Schicksalsschlag: Bei Marie Fredriksson wird nach einem Krampfanfall ein Gehirntumor diagnostiziert. Die Sängerin kämpft um ihr Leben, unterzieht sich schmerzhaften Behandlungen, lässt sich operieren – der Krebs scheint zunächst besiegt. Doch der Kampf hinterlässt Spuren. Als Roxette 2009 auf die Bühnen der Welt zurückkehren, wirkt Fredriksson schon deutlich geschwächt. Auf der letzten Tour der Band performt sie nur noch im Sitzen, muss von Gessle oft gestützt werden. 2016 ziehen Roxette die Reißleine, nachdem die Ärzte Marie dringend davon abraten, weiter auf Tour zu gehen.

Roxette (75 Millionen verkaufte Alben) waren Geschichte – und Marie war unglaublich stolz auf diesen letzten Kraftakt, die Wiedervereinigung, aus der nochmal drei Alben und viele Konzerte hervorgegangen waren. Sie schrieb damals in einem Post: „Es waren wundervolle 30 Jahre. Ich fühle nichts als Freude und Glück, wenn ich auf die Roxette-Welttourneen zurückblicke. All die Shows und Erinnerungen werden für immer ein Teil meines Lebens sein. Ich bin sehr stolz darauf, nach meiner schweren Krankheit 2009 nochmal zurückgekommen zu sein und mit Roxette nochmal den rund um den Erdball gespielt haben zu können.“

Nicht nur die Pop-Welt wird sie vermissen.

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Per Gessle hat sich in einem rührenden Post von seiner Kollegin und (stets platonischen) Freundin verabschiedet.

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