My Soundtrack: Lui Hill

Lui Hill (foto: simon hegenberg)

Wer es mit Neo-Soul hält, sollte ihn hier im Auge behalten: Lui Hill. Schon mit seiner ersten Single “5000 Miles” sorgte der Newcomer Ende 2017 für Aufsehen, drei weitere sind bislang gefolgt. Die Clips dazu, allesamt in Los Angeles gedreht, bilden eine fortlaufende Geschichte. Kann man mal so machen! Ehe am 10. August nun das mit Spannung erwartete Debütalbum des guten Mannes erscheint, stand er uns noch für unsere “My Soundtrack”-Reihe Rede und Antwort.

 

Stevie Wonder – „Innervisions“

The Album “Innervisions” guided me through some difficult teenager years and I still play it on a regular basis.  I changed schools a lot, was more of a misfit, but with this record on my headphones I always could escaped into a different world. Listening to it now, I see myself pushing the paddles of an old ladies bicycle up that hill to school and all of the rich kids where overtaking me  in there parents cars. With this soundtrack I felt secure no matter what! When ever I put it on, I feel at home no matter where I am. Later I realized that Stevie had played all of the Instruments on this record by himself, except of bongos and a spanish guitar :) There is something magic about recordings/compositions coming out of one hand, one person.

Das Album “Innervisions” half mir durch ein paar schwere Teenie-Jahre und ich spiele es heute noch regelmäßig. Ich musste oft die Schule wechseln, war immer ein Außenseiter, aber mit der Platte und meinen Kopfhörern konnte ich mich in eine andere Welt flüchten. Wenn ich die Platte heute spiele, sehe ich mich selbst, wie ich in die Pedale eines alten Damenfahrrads trete, den Hügel hoch zur Schule, und mich alle reichen Kinder in den Autos ihrer Eltern überholten. Mit diesem Soundtrack fühlte ich mich sicher, egal was war. Ich fühlte mich daheim, ganz egal wo ich gerade war. Später erfuhr ich, dass Stevie die ganzen Instrumente auf der Platte selbst eingespielt hat (außer die Bongos und die spanische Gitarre). Es hat etwas Magisches, wenn die ganzen Kompositionen und Aufnahmen aus einer Hand, von einer Person kommen.

 

Rage Against The Machine – „Rage Against The Machine“

One day my brother was on the phone telling me that he had just seen an amazing band playing in a tiny club, he told me this would be the next big thing. I year later I saw them on MTV. I was blown away immediately. This album will never sound old to me.

Eines Tages rief mich mein Bruder an und erzählte mir, dass er gerade eine unglaubliche Band in einem kleinen Club hat spielen sehen, die er für das nächste Big Thing hielt. Ein Jahr später sah ich sie auf MTV. Ich war sofort begeistert. Dieses Album wird für mich nie alt klingen.

 

Frank Ocean – „Channel Orange“

This Album is simply a masterpiece, such simple and unagitated soulful music having so much depth at the same time. Even after years I put it on and suddenly explore details I haven’t recognized before. To me this album falls in the same milestone-category of records like Sergeant Pepper’s, “Lonely Hearts Club Band“ The Beatles or “Check Your Head“ by Beastie Boys.

Dieses Album ist einfach ein Meisterwerk, so einfache und unaufgeregte Soul-Musik, die gleichzeitig so viel Tiefe hat. Selbst nach all den Jahren entdecke ich immer noch neue Details, wenn ich die Platte auflege, die mir vorher nie aufgefallen sind. Das Album ist für mich ein Meilenstein und in der gleichen Kategorie wie “Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band” von den Beatles oder “Check Your Head” von den Beastie Boys.

 

Johnny „Guitar“ Watson – „A Real Mother For Ya“

It’s the first record I bought.  My brother took me to my first concert when I was 14 years old. There was my hero on stage: the original gangster of love Johnny „Guitar“ Watson. I stood in the first row and was singing along every song. When he played his greatest hit a real „A Real Mother For Ya“, he said „look at this young guy over there he knows all my lyrics” and invited me to sing with him. I was starstruck ;) After this experience I decided that I really wanted to be a musician and that it’s the coolest job on earth.

Die erste Platte, die ich je gekauft habe. Mein Bruder nahm mich mit zu meinem ersten Konzert, da war ich gerade 14. Auf der Bühne, mein absoluter Held: der Gangster of Love, Johnny “Guitar” Watson. Ich stand in der ersten Reihe und sang jeden Song mit. Als er seinen größten Hit “A Real Mother For Ya” spielte, sagte er: “Schaut euch diesen jungen Kerl da vorne an, er kennt alle meine Texte.” Er lud mich ein, mit ihm zu singen. Ich war starstruck. Nach dieser Erfahrung war mir bewusst, dass ich Musiker werden wollte und dies der coolste Job der Welt war.

 

Miles Davis – “Kind Of Blue“

I think I haven’t listend to any other album more often. I believe everyone who listens to this album with some good headphones gets carried away by the beauty and magic that was captured in these two sessions in 1959, even if you think you hate jazz-music. It’s the mood and the atmosphere created by these 6 instrumentalists that gives me immediate satisfaction and goose bumps at the same time.

Ich glaube, kein anderes Album habe ich mir so häufig angehört. Ich denke, jeder, der dieses Album mit ein paar guten Kopfhörern hört, wird sich von der Schönheit und Magie verzaubern lassen, die in diesen beiden Sessions eingefangen wurde. Selbst wenn man glaubt, Jazz-Musik zu hassen. Es ist diese Stimmung und diese Atmosphäre, die diese sechs Instrumentalisten geschaffen haben, die mir sofort innere Befriedigung und Gänsehaut verschaffen.

 

Donny Hathaway – „Jealous Guy“ (Live)

There are not too many Live Recordings that grab my attention but this one is simply sounding so good and Donny is singing like a young god and his backing-band is leaving not a single ass unkicked! The whole album is great but the cover by John Lennon is outstanding.

Es gibt nicht viele Live-Aufnahmen, die meine Aufmerksamkeit erregen, aber diese hier klingt einfach so gut. Donny singt wie ein junger Gott und seine Backing-Band haut einfach jeden um! Das ganze Album ist stark, aber dieses John-Lennon-Cover sticht heraus.

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