James Vincent McMorrow - Wide Open, Horses (foto: Nettwerk Music Group)

James Vincent McMorrow – Wide Open, Horses

Erscheinungsdatum
Juni 14, 2024
Label
Nettwerk Music Group
Unsere Wertung
8

Ein bisschen Eskapismus: Das will „Wide Open, Horses“ sein. Das neue Album von James Vincent McMorrow, mit dem der irische Singer-Songwriter sein Debüt bei Nettwerk Music Group feiert. Die Platte: ein Versuch, sich von den Zwängen des Lebens zu befreien und dabei eine gewisse Nostalgie und Glückseligkeit zu finden.

Nein, wer sich von dem gefühligen „Wide Open, Horses“ so ein bisschen davon tragen lässt, der würde nie vermuten, dass James Vincent McMorrow seine ersten musikalischen Gehversuche als Schlagzeuger einer Heavy-Metal-Band machte. Erst mit 19 begann der aus Dublin stammende Musiker mit der sanften Stimme damit, sich mit Singer-Songwriter-Mucke der 1970er Jahre auseinanderzusetzen und die Drums gegen die Gitarre auszutauschen. Seither steht der Name „James Vincent McMorrow“ für gefühlvolle Texte und einen Sound, der Elemente aus Indie, Folk und Rock gekonnt miteinander vereint. Mehr als 1 Milliarde Streams hat der Gute weltweit so eingesammelt, mit Hits wie „Higher Love“ oder seinem Cover von Chris Isaaks „Wicked Game“, das es sogar in die Serie „Game of Thrones“ geschafft hatte.

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in Nun also: „Wide Open, Horses“, das siebte Studioalbum McMorrows und gleichzeitig sein Debüt bei Nettwerk Music Group. Auf der Platte lässt McMorrow den Zweifel zu, das Hinterfragen von bislang Gegebenem. Ob es da um den eigenen Lebenswandel mit dieser äußersten Umtriebigkeit, dem ständigen Produzieren und ewigem Streben nach Anerkennung und Bedeutung geht: McMorrow macht sich ehrlich. Es ist ein überaus eskapistischer Ansatz, den der Ire mit der Platte verfolgt. Sie soll dem Hörer eine Auszeit vom Druck des modernen Lebens anbieten.

Das Ziel bei der Produktion: möglichst viel Technik außen vor lassen, ohne dabei aber altbacken zu klingen. Schon eine Abkehr von seinem eher pop- und cluborientierten Ansatz, den er noch auf dem Album „Grapefruit Season“ verfolgte.

Vor Publikum getestet

McMorrow nahm seine LoFi-Song-Ideen 2023 mit auf die Bühne der National Concert Hall in Dublin, spielte an zwei Abenden das Album durch, noch ehe es erschienen war. Das Publikum durfte natürlich nichts mitschneiden. Für McMorrow war das eine Möglichkeit, auszutesten, welche Idee er weiter verfolgen sollte – und welche in den Papierkorb oder die Schublade wanderte.

Das Experiment ist geglückt, die 13 Titel der neuen Platte sind gut ausgewählt. Ein erstes Ausrufezeichen setzt direkt der Opener „Never Gone“, mit seinem Fingerpicking-Gitarrenspiel, seinem soften Tamburin und einer guten Portion Handclapping. Ein Song, der die Essenz des Albums einfängt und den Ton für das setzt, was da noch kommt.

Zu den Glanzlichtern gehören überdies das hymnische „Look Up!“, das gekonnt elektronische und folkige Elemente miteinander verbindet, oder das nachdenklich-verletzliche „Stay Cool“. Süß: „Give Up“, bei der McMorrows Tochter Margot McMorrow mitsingen darf. Und der Titelsong unterstreicht, dass McMorrow vielleicht den Weg aus dem ewigen Hamsterrad gefunden hat.

Anspieltipps
Never Gone
Look Up!
Stay Cool
Give Up
Wide Open, Horses
8
Zurück zu alter Folk-Stärke.
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