Wurde Zeit: Nach fast 20 Jahren im Musikgeschäft, mehrere Nummer-1-Alben, goldene Schallplatten und zahlreiche Auszeichnungen hat der niederländische Musiker Blaudzun sein erstes „Best Of“-Album (via V2 Records/Bertusmusikvertrieb) vorgelegt.
Eigentlich heißt Blaudzun gar nicht Blaudzun, sondern Johannes Sigmond. Der in Arnhem (Gelderland) geborene Künstler hat sich für seinen Künstlernamen beim dänischen Radsportler Verner Blaudzun, der in den 1960er und 1970er Jahren eine Amateur-Radsport-Größe war, Inspiration geholt.
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Seine erste EP veröffentlichte der Niederländer 2007, das selbstbetitelte Debütalbum folgte dann im Jahr darauf. Seinen Durchbruch schaffte er schließlich mit seinem dritten Wurf „Heavy Flowers“. Fortan machte er sich auch außerhalb der Niederlande beziehungsweise der Benelux-Staaten einen Namen. Album Nummer vier, „Promises of No Man’s Land“ erschien in Deutschland bei Glitterhouse Records. In der Heimat ging die Platte auf Platz eins der Charts, ein Kunststück, das ihm auch mit der Platte „Lonely City Exit Wounds“ gelingen sollte.
Der Nachfolger, das bis dato jüngste Studioalbum „Latter Days“ (2024) schmierte dagegen ab, erreichte in der Heimat nur Platz 63 der Charts. Eine Enttäuschung, auch wenn die Signifikanz von Platten-Charts im Zeitalter von Streaming und Co sicherlich eine andere als damals ist.
Erinnerung an frühere Glanztaten
Dennoch: Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um mit einem „Best Of“ an vergangene Glanztaten zu erinnern. Die Trackliste besteht aus 17 Songs und ist eine sorgfältig kuratierte Sammlung seiner wichtigsten Songs und Fan-Favoriten. So lässt sich gut die Entwicklung nachzeichnen, die der vielseitige und oft pompöse Blaudzun im Laufe der Jahre hinlegte. Die Vergleiche mit Coldplay oder Arcade Fire in ihren kreativen Zeiten kommen für den Indie-Rocker, der auch gerne mal auf orchestrale Elemente setzt, nicht von ungefähr.
„Oft fühlt es sich an, als hätte ich gerade erst angefangen. Aber tatsächlich schreibe, singe, nehme ich auf und stehe seit über zwanzig Jahren auf der Bühne“, sagt Blaudzun. „Diese Compilation ist ein Anlass, genau die zurückliegenden Jahre zu feiern. Und es fühlt sich gut an, mit diesem Release wieder bei V2 Records zu sein.“
Neben bekannten Hits wie „Promises of No Man’s Land“, „Hey Now“ und „Real Hero“ enthält das „Best of“ auch prägende Blaudzun-Klassiker wie „Heavy Flowers“, „Too Many Hopes For July“ sowie das sehr persönliche „Wolf’s Behind The Glass“.
Für den Künstler markiert die Veröffentlichung zugleich einen Übergang: „Dieses Album schließt für mich ein erstes musikalisches Kapitel ab. Gleichzeitig blicke ich nach vorn – ohne Zeitdruck – und arbeite bereits an einem neuen Studioalbum.“
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