Knapp eine Woche, bevor es Billie Eilishs 3D-Kinofilm „Hit Me Hard And Soft: The Tour (Live)“ in den Lichtspielhäusern dieser Welt zu bestaunen gilt, gibt es die Musik daraus schon auf die Ohren. Vor dem Start des Konzerfilms ist via Universal Music eine Live-Vinyl dazu erschienen.
Leben wir in einer Ära, in der Musiker und Musikerinnen wirklich noch Superstars werden? Die langfristig Teil des kollektiven Gedächtnisses werden? Man ist fast geneigt, das zu verneinen, wenn man die Halbwertszeit von Hits und das Nachlassen des allgemeinen Musikinteresses heutzutage in Betracht zieht. Und dann gibt es Künstlerinnen wie Billie Eilish, die zeigen: Es geht noch. Die zeigen, dass man Trends setzen kann statt sie einfach nur zu bedienen.
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Wahrscheinlich hatte keine Künstlerin in den letzten zehn Jahren so sehr den Finger am Puls der Zeit wie Billie Eilish. Ihre Songs klangen nicht so glatt wie jene der Konkurrenz, sondern dunkel und zerbrechlich. Billie Eilish thematisierte das, was die junge Generation beschäftigt – und das so gut wie keine andere zu der Zeit. Bei ihr ging es um Unsicherheit, Überforderung, Ängste und innere Widersprüche. Themen, die bei der Generation Social Media einen Nerv trafen. Eilish wollte zwar nie das Sprachrohr einer Generation sein, aber sie wurde es. Und damit auch zu einem globalen Pop-Phänomen, dem man sich nicht entziehen kann. Und will.
Gemeinsame Sache mit „Avatar“-Regisseur
Auch nicht wenn man ein älteres Semester ist wie Regie-Legende James Cameron („Avatar“, „Titanic“). Der war von Eilish so fasziniert, dass er unbedingt einen Konzertfilm mit ihr auf die Beine stellen wollte. Dafür schrieb der Filmemacher sogar Billies Mutter per E-Mail an. Ihm schwebte ein 3D-Projekt vor, er konnte es nicht fassen, dass bisher noch niemand auf diese Idee gekommen war, obwohl es doch schon ein paar reguläre Konzertfilme von Eilish gab. Auch Billie hielt die Idee für spannend und sagte zu.
Bereits vor dem Kinostart ist die Musik aus dem Film nun schon zu hören – und zwar auf einer Live-Vinyl zum Konzertstreifen. Der Soundtrack wird dem aufwändigen Filmprojekt gerecht. Inklusive Intro und Outro versammelt der Soundtrack 27 Titel, allesamt aufgenommen bei zwei Konzerten in der Co-op Live im englischen Manchester im Juli 2025. Dabei wurde die Live-Atmosphäre geschickt eingefangen, das Publikum ist hörbar, aber stört nicht. Im Gegenteil. Genauso will man das bei einem Live-Album haben.
Eilish war auf dieser Konzertreise in blendender Verfassung. Die Setlist der Tour war – wie sollte es anders sein – ein Ritt quer durch ihren Katalog, der ja mittlerweile drei Alben und jede Menge Singles umfasst. Das jüngste Album „Hit Me Hard And Soft“ (2024), immerhin der Namensgeber der Tournee, stellte dabei den Löwenanteil der Songs. „SKINNY“ ist immer noch berührend, und an „BLUE“, „L’AMOUR DE MA VIE“ oder „LUNCH“ kann man sich auch in der Live-Version nicht satt hören. Die anderen Platten kamen aber ebenfalls nicht zu kurz. Ein Wiederhören mit Glanzlichtern wie „bad gut“, „when the Party’s over“ oder „bury a friend“. Und mit „Guess“ gab’s auch ein gelungenes Charli-XCX-Cover obendrein.
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