Simple Minds – Walk Between Worlds

Simple Minds - Walk Between Worlds (foto: bmg rights)

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Vier Jahre nach “Big Music” legen die Simple Minds mit “Walk Between Worlds” ein neues, ihr nunmehr 18. Album vor.

Untätig waren die Schotten in der Zwischenzeit natürlich nicht. Nach dem Kritiker-Erfolg “Big Music” hatte Frontmann Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill direkt schon wieder die Lust gepackt. Am Morgen nach der letzten Show der “Big Music”-Tour im Dezember 2014 kehrten die beiden ins Studio zurück, um sich an die Arbeit am geplanten Nachfolger „Walk Between Worlds“ zu machen.

Eigentlich wollte das Duo musikalisch an den cineastischen Stil von „Big Music“ anknüpfen. „Die ersten beiden Songs, an denen wir arbeiteten, klangen auch sehr ähnlich”, erinnert sich Jim Kerr an den Entstehungsprozess. Dann aber veränderte das dazwischengeschobene “Simple Minds Acoustic“-Album (2016) alles. Für jenes gruben die Jungs in 40 Jahren Bandgeschichte und verpackten ihre großen Hits in ein neues musikalisches Gewand. Anschließend gingen sie damit auf Tour.

Kreativ vielleicht nicht der größte Wurf, die Simple Minds blieben aber im Gespräch – und überdachten nach eigenen Angaben die Einstellung zu ihrer Musik danach grundlegend. „Als wir die Akustiksongs live spielten, entdeckten wir plötzlich so viele neue Dinge, die wir ausprobieren konnten“, so Kerr. „Ich bemerkte einen wirklichen Unterschied bei Charlie. Er war schon immer ein Gitarrenheld wider Willen. Wegen der Effekte, die er nutzt, denken bis heute viele Menschen, dass seine Parts von einem Keyboard stammen. Es steckte so viel Emotion in seinem Spiel, es klang atemberaubend. Innerhalb weniger Tage wusste ich, dass das der Stil unseres neuen Albums sein musste. Unser Sound sollte minimalistischer und emotionaler klingen, so als wären wir eine ganz neue Band.“

Und so nahm “Walk Between Worlds”, letztlich aufgenommen im Abbey Road Studio, plötzlich eine ganz neue Gestalt an. Die von Andy Wright und Gavin Goldberg produzierte Platte umfasst acht Songs und ist in zwei Seiten aufgeteilt: Die erste widmet sich mit dem „Summer“ und „The Signal And The Noise“ mehr den glasklaren Gitarren und den New Wave Grooves der Post Punk-Ära. Ein bisschen so, als hätten sich die Simple Minds bei ihren eigenen frühen Platten – “Empires And Dances” oder “Sons And Fascination/Sister Feelings Call” – zu inspirieren versucht. Die zweite Hälfte hingegen versprüht mit dem Titeltrack und dem melancholischen, von vielen Streichern geprägten „Barrowland Star” – entstanden bereits in den neunziger Jahren und benannt nach einer kultigen Konzerthalle im East End Glasgows – eher den Vibe eines Filmsoundtracks.

Eingerahmt wird „Walk Between Worlds“ von zwei Songs, die das Thema Glaube verhandeln: dem etwas schwachbrüstigen „Magic“ und „Sense Of Discovery“. Ersterer spiegelt die Sehnsüchte und Wünsche der Jugend wider und handelt vom Glauben an die eigenen Fähigkeiten. „Sense Of Discovery“ enthält einen melodischen Refrain, der auf das 1985 veröffentlichte „Alive And Kicking“ verweist. Die Stimme des älteren Erzählers gibt einem jungen Individuum Ratschläge und seine Weisheit weiter.

Kurzum: Keine schlechte Platte, auch wenn ihr ein bisschen der Bumms fehlt. Da merkt man dann doch das Fehlen von Schlagzeuger Mel Gaynor, der zum ersten Mal seit 2002 nicht mit von der Partie war.

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Fazit: Ziemlich retro. Der Fan von seinerzeit wird zufrieden sein. 

Anspieltipps: Sense Of Discovery, Barrowland Star

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