Tina Dico - Fastland (foto: bmg)

Tina Dico – Fastland

Erscheinungsdatum
September 28, 2018
Label
BMG
Unsere Wertung
6.5
Anspieltipps
Not Even Close
Fastland
Devil's Door
6.5
Nicht schlecht, aber das Handgemachte steht ihr besser.
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Ein Album, das fast nicht hätte sein sollen: Bei der Arbeit zu „Fastland“, ihrem elften Studioalbum, litt die dänische Singer-Songwriterin Tina Dico unter einer waschechten Schreibblockade. Dem Resultat, das nun vier Jahre nach dem letzten Album „Whispers“ endlich vorliegt, hört man das nur bedingt an.

Vielleicht hat sie sich ja zu sicher gefühlt. Als Tina Dico die Arbeit an ihrem neuen Album in Angriff nehmen wollte, dachte sie zunächst, alles könne wie immer ablaufen. Die Dänin, die mittlerweile im isländischen Reykjavik wohnt, weiß ja eigentlich, wie der Hase läuft. Seit 17 Jahren ist sie im Geschäft und hat zehn Soloalben veröffentlicht. Und so griff sie zu ihrer Gitarre und spielte drauf los, auf der Suche nach Ideen, Melodien, Songs. Doch es geschah: nichts. „Die Gitarre sprach nicht mehr zu mir“, sagt sie. Ein Schock. Keine Idee, die Dico entwickelte, wollte so richtig zünden. Alles erschien ihr belang- und bedeutungslos.

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Geholfen hat ihr letztlich ein Perspektivwechsel. Dico setzte sich hinters Schlagzeug. Sie klimperte auf ein paar alten Keyboards herum, schnallte sich den Bass um. Erfand Rhythmen. Und plötzlich flutschte es.

Mehr Pop, weniger Folk

Das Ergebnis der Mühen liegt nun also vor, ist etwas weniger folkig, dafür aber atmosphärischer und poppiger: „Fastland“, was im Dänisch Festland bedeutet. Für Dico ist die Platte vor allem ein Statement zur modernen Welt, in der die Dinge immer in Bewegung sind:  „I used to be fastland/ Now I’m a movement“, singt Tina Dico etwa im wunderbar unheilvollen, melancholischen Opener „Not Even Close“. Bewegung ist allgegenwärtig, das Leben verflüssigt sich. „Zum Beispiel haben wir heute keine Beziehung mehr zueinander, wir sind diese Beziehungen. Früher habe ich ohne Handy in Dänemark gelebt, tagelang konnte mich niemand erreichen. Heute bin ich immer erreichbar, ich kommuniziere ständig, nehme Beziehungen auf, verwalte sie“, sagt Tina Dico über diesen Song. Sozialkritisch gibt sie sich auch in der Soulpop-Nummer „Fancy“. Hier prangert Dico Materialismus und Konsumterror an. Steht ihr durchaus gut.

Allerdings hat sie auch die leichteren Töne im Gepäck: „Adams House“ etwa entstand anlässlich des 50. Geburtstages von Kronprinz Frederik von Dänemark. Eines jener (wenigen) Stücke, die am Ende dann doch eher belanglose Filler sind.

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