Amy Macdonald – Under Stars

Macdonald (foto: label)

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7 Virgin Records

7

Von wegen Auszeit: Amy Macdonald kann nicht ohne Arbeit. Die schottische Musikerin legt mit „Under Stars“ ihr viertes Album vor.

In den vergangenen zehn Jahren war Amy Macdonald omnipräsent. Die Songs der preisgekrönten Singer/Songwriterin aus Glasgow wurden und werden ständig im Radio gespielt, bei allen großen Festivals war und ist die Dame ebenfalls vertreten und getourt wird mittlerweile weltweit. Bei so viel Programm ist es nun auch kein Wunder, dass das Release ihres nun vorliegenden Albums etwas auf sich warten ließ. Der Vorgänger, „Life In A Beautiful Light“, ist immerhin bereits 2012 erschienen.

Nun ist Macdonald also zurück – folkig, klar, aber auch rockiger als zuvor. Vielleicht auch die Konsequenz einer neuen Arbeitsweise. Statt wie sonst alles alleine zu komponieren, versammelte sie einen kleinen Kreis von Musikern um sich, mit denen sie sich seit der Vertragsunterzeichnung als 19-Jährige gut angefreundet hatte: Ihr Bassist Jimmy Sims und dessen Freund (und Gelegenheits-Gitarrist für Amy) Ben Parker sollten sie dieses Mal unterstützen. Schon nach weniger als zwölf Monaten standen die ersten 17, 18 Songs.

Anfang 2016 begannen Amy und ihre Songwriter-Kumpel dann mit den Aufnahmen, die einerseits in den eher unscheinbaren Clapham Studios stattfanden sollten, die ihr Landsmann Cam Blackwood (George Ezra, Florence + the Machine) leitet. Ähnlich unscheinbar auch das zweite Studio, in dem weitere Sessions stattfanden: die Räumlichkeiten des Producer-Duos My Riot (London Grammar, Birdy).

Herausgekommen ist ein Werk, das lauter und druckvoller ist, als das, was Macdonald bisher so offeriert hat. Exemplarisch dafür die Rock-Nummer „Dream On“, die erste Single des Albums. Der Track „Automatic“ schlägt eine ähnliche Richtung ein. „Down By The Water“ ist hingegen eine schlichte Blues-Kiste, die beinahe schon minimalistisch wirkt im Vergleich zum Rest. Der Song gewinnt aber auch durch die gospel-artigen Background-Vocals von Juliet Roberts. Auch das radiotaugliche Titelstück „Under Stars“ bleibt haften.

Schade nur, dass das Album beinahe komplett unpolitisch geworden ist. Dabei ist in Großbritannien und Schottland in den vergangenen Jahren ja so viel passiert, einen musikalischen Kommentar der guten Amy hätte man sich da sehr gewünscht. Aber über Andeutungen kommt die Musikerin auf „Under Stars“ da leider nicht hinaus.

Fazit: Gut, aber inhaltlich wäre da mehr drin gewesen.

Anspieltipps: Dream On, Under Stars, Down By The Water

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