Vince Gill - Okie (foto: universal music)

Vince Gill – Okie

Erscheinungsdatum
August 23, 2019
Label
MCA Nashville / Universal Music
Unsere Wertung
7.5
7.5
Inhaltlich stark.
Anspieltipps
Forever Changed
The Price of Regret
What Choice Will You Make
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Mit Vince Gill wagt sich eine echte Country-Größe in den USA aus der Deckung. Auf „Okie“ wird die Musiklegende erstaunlich gesellschafttskritisch.

In den USA ist Vince Gill ein echter Superstar. 21 Grammys sowie die Aufnahmen in die Nashville Songwriters Hall of Fame und die Country Music Hall of Fame sprechen da eine deutliche Sprache. In seiner mehr als vierzig Jahre umspannenden Karriere hat der Gute Millionen von Platten verkauft. Auf mehr als 1000 Alben (unterschiedlicher Künstler) ist der Mann zu hören. Und seit zwei Jahren gehört er – sozusagen als Nachfolger des verstorbenen Glenn Frey – zum Line-Up der Eagles.

Keine Frage: Vince Gill ist keiner, der sich noch irgendwas beweisen muss. Er könnte auf Nummer sicher gehen – wie es so viele im eher konservativen Country-Kosmos tun. Tut er aber nicht. Stattdessen veröffentlicht der 62-Jährige nun mit 20. Soloalbum „Okie“ ein ungeheuer persönliches Album. Sicher, das gehört bei fast jedem neuen Album eines Künstlers zum üblichen Promo-Geschwurbel. In diesem Fall trifft es aber ausnahmsweise auch mal zu. Und dabei geht es nicht unbedingt um die Dankeslieder an seine Mutter („A Letter To My Mama“) oder seine Vorbilder („A World Without Haggard“). Auch stark, keine Frage. Aber: Der Schlüsselsong ist hier sicherlich die Ballade „Forever Changed“, in dem es um sexuellen Missbrauch geht. „You put your hands where they don’t belong … And now her innocence is dead and gone … She feels dirty, she feels ashamed … Because of you she’s forever changed“, singt er da. Inspiriert ist der Song aber von einem eigenen Erlebnis. In der Middle School soll ihn ein Sportlehrer unsittlich berührt haben, hat er dem amerikanischen „Rolling Stone“ erzählt.

Vince Gill widmet sich vielen Country-untypischen Themen

Nicht das einzige aufwühlende Thema, dem sich Gill – fast schon genre-untypisch – hier widmet. In „What Choice Will You Make“ etwa verhandelt er ungeplante Teenager-Schwangerschaften. Empathisch und ohne dabei bevormundend zu werden. Und in „The Price of Regret“ erhebt Gill seine wundervolle Tenor-Stimme gegen Rassismus. „You’re black and I’m white … You’re blinded by sight … Close your eyes and tell me the color of my skin … If we let today … Just pass away … Without kindness and forgiveness, there’s no light.“

Neun der zwölf neuen Tracks, die sich allesamt im Bereich zwischen Folk und Country bewegen, hat Gill komplett alleine geschrieben. Bei drei weiteren war er zumindest Co-Autor. Wer noch einen Beweis suchte, dass Gill ein begnadeter Songwriter und Storyteller ist – hier wird er fündig.

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