Travis - 12 Memories (foto: craft recordings)

Travis – 12 Memories

Erscheinungsdatum
August 13, 2021
Label
Craft Recordings
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
Re-Offender
The Beautiful Occupation
Some Sad Song
Walking Down The Hill
Somewhere Else
7
Düster wie nie.
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Travis hauen die nächste Vinyl-Wiederveröffentlichung raus: Diesmal ist Studioalbum Nummer vier an der Reihe. „12 Memories“, ursprünglich 2003 erschienen, zeigt die Schotten dabei von einer vergleichsweise düsteren Seite.

Der Beginn der Nuller Jahre hatte es für Travis in sich. Nein, das lag nicht nur daran, dass Coldplay plötzlich auf dem Bildschirm auftauchten und ihren schottischen Kollegen langsam aber sicher das Wasser abgruben. Nein, bandintern hatten Travis mit so einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. So verletzte sich Drummer Neil Primrose im Sommer 2002 übel bei einem Pool-Unfall an der Wirbelsäule. Und Sänger und Mastermind Fran Healy hatte mit Depressionen zu kämpfen. Kein Wunder, dass der Ton, den Travis auf „12 Memories“ anschlugen, vergleichsweise düster war.

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Fran Healy: „’12 Memories‘ war ein Album aus einer dunklen Zeit für uns. Neil erholte sich gerade von seinem Beinahe-Todesunfall im Schwimmbad, Großbritannien und die USA standen kurz davor, in den Irakkrieg zu ziehen, und ich fühlte mich ausgebrannt von der Menge an Arbeit, die die letzten beiden Platten verursacht hatten. Dies war eine Reaktion auf all dies. Es entfremdete viele Schönwetter-Fans, und machte viele Hardcore-Fans glücklich.“ Die „zwölf Erinnerungen“, die die Band im Albumtitel anspricht, sind im Grunde zwölf Gründe, die zu Healys Depression führten, wie er später verriet.

Der Blick richtet sich nach außen

Die neue Ernsthaftigkeit drückte sich auch darüber aus, dass Travis auf „12 Memories“ so politisch und sozialkritisch wie selten waren. So ist „The Beautiful Occupation“ von der US-Invasion im Irak inspiriert und gleichzeitig eine Abrechnung mit der UN: „Half a million civilians gonna die today … But look the wrong way“. In „Some Sad Song“ kritisiert Healy das katholische Schulsystem, in dem auch er erzogen wurde. Und in „Re-Offender“ beschäftigen sich Travis mit dem Thema häusliche Gewalt und Missbrauch. Schwere Kost, aber oft verpackt in wunderbare Melodien – da bleiben sich Jungs treu. Selbst eher klassische Travis-Songs wie „Love Will Come Through“ bekommen einen düsteren Filter verpasst. Heimliche Perlen sind aber vor allem jene Songs, in denen es die Briten gar nicht so sehr darauf anlegen: „Somewhere Else“ und „Walking Down The Hill“ etwa. Oder auch der überaus gelungene Opener „Quicksand“.

Zuspruch von Elton John

Am Ende performte „12 Memories“ gar nicht so schlecht, wie Travis es selbst befürchteten. Zumindest in der britischen Heimat. Immerhin Platz drei im UK, dazu viele positive Kritiken in der Fachpresse. Nicht schlecht, zumal der Ansatz hier nicht unbedingt ein kommerzieller war. Und prominente Fürsprecher hatte das Ding auch. Sir Elton John etwa schwärmte, dass „12 Memories“ „dich auf eine echte Reise mitnehmen würde… wie ‚Revolver‘ von den Beatles“.

„12 Memories“ ist die dritte Vinyl-Wiederveröffentlichung von Travis im Jahr 2021, sie folgt der Vinyl-Wiederveröffentlichung von „The Boy With No Name“ aus dem Jahr 2007 am 28. Mai und der des Debütalbums „Good Feeling“, das am 2. April über Craft Recordings veröffentlicht wurde.

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