The Divine Comedy – Office Politics

The Divine Comedy - Office Politics (foto: pias)

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8 PIAS / Divine Comedy Records
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Neil Hannon hat heute ein neues The Divine Comedy-Album auf dem eigenen Label Divine Comedy Records rausgehauen. Das gute Stück nennt sich “Office Politics” und ist der Nachfolger zum im Jahr 2016 erschienenen “Foreverland”.

Den jüngeren Lesern muss man es vielleicht erklären: Bei The Divine Comedy handelt es sich um eine nordirische Pop-Band, die ihre größten kommerziellen Erfolge in den neunziger Jahren feierte. Einziges dauerhaftes Mitglied der 1989 formierten Kapelle: Neil Hannon. Auf den bisher erschienenen elf Longplayern hat der Gute oft fast alle Instrumente – bis auf die orchestralen Parts und die Drums – selbst eingespielt. Auch derzeit sind The Divine Comedy ein Solo-Projekt des 48-Jährigen.

Mit “Office Politics” legt Hannon nun das erste Divine-Comedy-Doppel-Album vor. Auf den 16 Stücken bleibt sich der Mann denn auch weitgehend treu. Die Songs sind originell und wunderbar aus der Zeit gefallen. Und das, obwohl sie ein sehr zeitgemäßes Thema verhandeln. Im Großen und Ganzen dreht sich “Office Politics” um Entfremdung. Entfremdung von der Gegenwart und ihren technischen Tücken, vor allem von der Arbeitswelt. Man kann also mit Fug und Recht von einem Konzeptalbum sprechen.

„Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren würde. Meine Entfremdung von der modernen Welt. Aber ich fühlte mich schon als junger Mensch dort nicht zuhause. Irgendwie hat mich die Technologie hinterrücks überrumpelt. Und plötzlich wussten alle außer mir, wie man einen Computer bedient. Die arbeiteten alle in Büros, wo sie dieses Zeug lernen mussten”, hat er dem “Deutschlandfunk” verraten. Mit dem Gefühl, vom Fortschritt überrollt zu werden, steht Hannon nicht alleine da.

Hannon verpackt seine mit seinem typischen Wortwitz gespickten Abhandlungen über die Moderne in ein stimmiges Pop-Gewand. Hier und da experimentiert der Gute auch mit Synthie-Sounds. “It has synthesizers. And songs about synthesizers,” sagt Neil im Pressezettel zum Album, um dann hinzuzufügen: “But don’t panic. It also has guitars, orchestras, accordions, and songs about love and greed.” So kann man es auch ausdrücken. Plumpe 80s-Sounds alleine – das wäre auch nicht Hannon gewesen. Der Mann, das wird schnell klar, hat immer noch ein Händchen für eingängige Melodien, die richtige Balance zwischen Opulenz und Zurückhaltung und ausgebuffte Arrangements.

Glanzlichter: das Klavierstück “Norman and Norma” sowie die eingängige Single “Queuejumper”.

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Fazit: Trifft einen Nerv.

Anspieltipps: Norman and Norma, Queuejumper

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