Tamikrest – Assikel

Erscheinungsdatum
Mai 15, 2026
Label
Glitterbeat
Unsere Wertung
8

 Lieder des Widerstands, der Gemeinschaft und der Sehnsucht: „Assikel“, das neue Album der Desert-Rocker von Tamikrest, ist ein Kommentar zur Zeit. Musik für den Moment.

„Tamikrest“ist Tamaschek und bedeutet so viel wie Bündnis oder Vereigung. Unter dem Namen macht die Kapelle aus Mali nun schon seit 2006 gemeinsam Musik und trägt den Sound der Wüste in die weite Welt. Das Kollektiv, dem Frontmann und Songschreiber Ousmane Ag Mossa vorsteht, vermischt dabei Tuareg-Musik mit Elementen westlicher Pop- und Rockmusik. Für Musik wie der Band aus Kidal wurden Begriffe wie „Desert Rock“ geprägt, was immer noch besser und zutreffender ist als das unsägliche Schlagwort „Weltmusik“, das alles und nichts bedeutet.

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Über ihre nun schon zwei Jahrzehnte währende Karriere sind Tamikrest zu einem wichtigen Repräsentanten der marginalisierten Tuareg geworden. Die Band macht mit ihrer Kunst auf die Notlage des Sahara-Volkes aufmerksam und erzählt dabei von Exil, Verlust und Widerstand. Ihr sechstes Studioalbum, „Assikel“, was „Reise“ oder „Fahrt“ bedeutet, zeigt, wie weit die Band gekommen ist.

Album analog aufgenommen

Gestützt auf jahrelanges Touren und Improvisieren entschied sich die Band, das Album – der Nachfolger des 2020er Werks „Tamotaït“ – live auf analogem Band aufzunehmen. Ein Ansatz, der zum Teil von ihrer Bewunderung für den Sound inspiriert wurde, den der Tontechniker und Mixer von Altın Gün, Jasper Geluk, geschaffen hat. Der Perkussionist Momo beschreibt Geluk als „einen Old-School-Ingenieur, Musiker, Klangpoeten und Träumer“.

Die Aufnahmen fanden über zehn Tage im Oktober 2025 in Geluks Tone Boutique Studio in Haarlem statt, wobei eine Bandmaschine mit 16 Spuren aus den späten 1960er Jahren verwendet wurde. 

Die Takes mussten sitzen

Wie Geluk erklärt, hat die Maschine „einen wunderbaren Klangcharakter“, obwohl die Arbeit damit sich „wie das Fahren eines Oldtimer-Geländewagens anfühlen kann – anspruchsvoll und volle Aufmerksamkeit fordernd“. „Aber es ist immer ein Nervenkitzel.“

Dieser Live-to-Tape-Prozess erforderte volles Engagement. „Wir wussten, dass wir es nicht zehnmal wiederholen konnten“, sagt Bandmitglied Paul Salvagnac. Dieses Gefühl der Dringlichkeit und Präsenz bestimmt das Endergebnis und bewahrt die Rohheit und Spontaneität der Darbietungen. 

Zurück zu den Basics

Der Sound der neuen Platte ist sorgenvoll-melancholisch, schon ein Kontrast zu den Vorgänger-Platten. Die Instrumentierung des Albums verwebt elektrische und akustische Gitarren, schwebendes Lap Steel, dicken Dub-Bass, Handperkussion, Kalebasse und ein komplettes Schlagzeug, während die Songs selbst von Ishumar-Rock’n’Roll zu hypnotischen Folk-Meditationen übergehen, wobei Ousmanes Stimme und Geschichtenerzählen immer im Mittelpunkt stehen.

Zu den Highlights gehören der pulsierende Opener „Adagh Oyanted“, „Imanin“ mit seinem unheilvollen Synthie-Einstieg und das reduzierte „Eillal“, bei der mit Tinariwen-Sänger Ibrahim Ag Alhabib eine weitere Ikone des Sahara-Sounds, am Start ist. Hier liefert er eindringlichen Sprechgesang ab. Und fügt sich so nahtlos in eine Stimmung ein, die protestgeschwängert ist. Protest, der nicht brüllend vorgetragen wird, sondern maximal virtuos.

TOUR-DATEN

24.05. Fri-Son, Fribourg (CH)
29.05. Gannet, Basel (CH)
30.05. Moods, Zürich (CH)
01.06. Frannz Club, Berlin (DE)
02.06. Kampnagel, Hamburg (DE)

Anspieltipps
Adagh Oyanted
Eillal
Imanin
8
Virtuoser Protest.
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