Madonna - Madame X (foto: universal music)

Madonna – Madame X

Da ist es also: Mit „Madame X“ hat US-Superstar Madonna ihr nunmehr 14. Studioalbum vorgelegt. Und: Es ist bei Weitem nicht so schlimm, wie nach ihrem ESC-Auftritt befürchtet.

Sind wir ehrlich: Nach dem völlig misslungenen ESC-Auftritt der Queen of Pop hatte man angesichts der neuen Platte, immerhin der ersten seit „Rebel Heart“ (2015), ja eigentlich schon das Schlimmste erwartet. Die Frau wurde in Folge von ihren Kritikern mit allerlei Häme auseinander gepflückt. Es war der versuchte Sturz einer Pop-Ikone.

Tatsächlich sind die 15 neuen Tracks aber gar nicht so schlimm. Sicher, Madonna war nie die beste Sängerin, und auch hier ist doch wieder sehr viel Autotune im Einsatz. Geschenkt. Mit was die Pop-Ikone auf „Madame X“ vor allem überzeugt, ist dieser weltoffene Ansatz, diese große Lust am Experimentieren. Die mittlerweile nach Lissabon umgesiedelte Künstlerin mischt hier zeitgemäßen Pop mit Elementen aus Latin Music, Fado (!), Afro-Pop, Hip Hop, Dancehall und Disco. Dazu singt sie wahlweise auf Spanisch, Englisch oder Portugiesisch. „Madame X“, das ist moderne Weltmusik.

Musikalisch am interessantesten ist die Nummer „Dark Ballet“ geraten. Mit dieser Orchester-Musik und dem überraschenden Vocoder-Einsatz. Erinnert in seiner Struktur etwas an Queens „Bohemian Rhaposody“.

Auch thematisch enttäuscht die Gute nicht. So verhandelt Madonna auf „Madame X“ durchaus meinungsstark jede Menge politischer Themen. Bei dem ebenso kraftvollen wie hymnischen Closer „I Rise“ etwa geht es auch um die US-amerikanischen Waffengesetze. Schon das gesprochene Intro, das aus einer Rede der Gun-Control-Aktivistin Emma González stammt, geht tief unter die Haut. Auch „God Control“, ein waschechter Anti-Trump-Song, geht in diese Richtung. „Killers Are Partying“ stellt sich derweil an die Seite aller Unterdrückten und Benachteiligten.

Keine Frage: Zuletzt gab uns Madonna doch den einen oder anderen Grund zu glauben, sie hätte ihre besten Zeiten wohl hinter sich. Und klar, an die großen Klassiker reicht „Madame X“ auch nicht heran. Dennoch ist die Platte ein würdevolles Werk. Ein Ausrufezeichen, dass mit Madonna auch mit 60 Jahren noch auf den Tanzflächen dieser Welt zu rechnen sein wird. Die Frau ist noch längst nicht bereit, diese ihren Nachfolgerinnen zu überlassen. Das betont sie auch in der Dancehall-Nummer „Future“: „Don’t tell me to stop ’cause you said so.“

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Fazit: Madonna hat noch nicht fertig.

Anspieltipps: Dance Ballet, I Rise, God Control

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