Lynyrd Skynyrd – Live in Atlantic City

Lynyrd Skynyrd - Live in Atlantic City (foto: earMusic)

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Die Legenden des Südstaaten-Rock sagen Servus: Lynyrd Skynyrd befinden sich gerade auf großer Abschiedstour. Und um diese zu promoten, haut die Band nun nochmal ein Live-Album raus. Das wurde allerdings nicht auf ihrer laufenden Tournee mitgeschnitten, sondern bereits im Jahr 2006 in der Decades Rock Arena. “Live in Atlantic City” umfasst überdies Gastauftritte von Hank Williams Jr., 3 Doors Down und Singer-Songwriter Bo Brice.

Keine Frage: Lynyrd Skynyrd haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Eine Geschichte voller Höhepünkte und Tragödien. Als High School Band 1964 gegründet, spielte sich die Kapelle binnen eines Jahrzehnts an die Spitze und landete 1974 mit “Sweet Home Alabama” – einer frechen Replik auf Neil Youngs “Southern Man” – einen Megahit. Wenig später schlug das Schicksal erbarmungslos zu: 1977 stürzte das Flugzeug der Band auf dem Weg zwischen zwei Auftrittsorten ab. Sänger Ronnie Van Zant, Gitarrist Steve Gaines und dessen Schwester Cassie kamen dabei ums Leben. Die restlichen Bandmitglieder überlebten zwar, doch die Tragödie markierte das zwischenzeitliche Aus der Kapelle. 1990 starb dann auch Sänger und Gitarrist Allen Collins, gerade mal 37 Jahre alt, an einer Lungenentzündung.

Dennoch gab es Ende der 80er Jahre wieder erste Annäherungen. Zum 10. Todestag von Ronnie Van Zants trommelten dessen jüngerer Bruder Johnny und Gitarrist Gary Rossington die alten Kollegen für ein Jubiläumskonzert zusammen. Das Ding lief erfolgreich. Bis heute hat diese zweite Lynyrd Skynyrd-Version war geboren unzählige Konzerte gespielt und auch immer wieder neues Material veröffentlicht. Auch wenn im Laufe der Zeit weitere Todesfälle den Weg der Band pflasterten.

Natürlich war die Combo in den letzten Dekaden vor allem als Nostalgie-Act unterwegs. Das wird auch bei dem vorliegenden Live-Album deutlich. Klar, dass die Fans vor allem auf die alten Hits wie “Free Bird” steil gingen. Diese werden von der Band zwar mit viel Lust und energetisch vorgetragen. Der geneigte Fan hat aber wahrscheinlich bereits x Versionen dieser Songs von unzähligen Live-Alben im Schrank stehen. Viel Wesentliches wurde diesen Nummern hier nicht zugefügt.

Interessanter sind da schon die Features. Jeder der Gäste performte gemeinsam mit der Band deren größte Hits – und auch die eine oder andere Eigenkomposition. So steuern 3 Doors Down  eine großartige Version von „Kryptonite“ und American-Idol-Teilnehmer Bo Brice „The Real Thing“ bei, den Titeltrack des gleichnamigen Nummer 4-US-Chart Albums. Bei den Fans kamen diese Überraschungen hörbar gut an.

Die Stimmung passt auf diesem Live-Mitschnitt. Sie erreicht ihren Höhepunkt, als Lynyrd Skynyrd mit ihren Gästen am Ende gemeinsam „Sweet Home Alabama“  und „Call Me The Breeze“ (grandios!) performen.

„Live In Atlantic City“ erschien als CD+Blu-ray Digipak (limitierte Erstauflage in Leder-Optik), 2LP Gatefold+ Download, DVD, Blu-ray und digital. 

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Fazit: 70 Minuten auf Nostalgie-Tour.

Anspieltipps: Free Bird, Sweet Home Alabama, Call Me The Breeze

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