John Coltrane - Another Side Of John Coltrane (foto: Craft Recordings/Universal music)

John Coltrane – Another Side Of John Coltrane

Erscheinungsdatum
August 20, 2021
Label
Craft Recordings / Universal Music
Unsere Wertung
9
Anspieltipps
Oleo
'Round Midnight
Tenor Madness
Someday My Prince Will Come
9
Interessantes Schlaglicht.
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Er gilt als einer der einflussreichsten Saxofonisten des 20. Jahrhunderts: John Coltrane. Eine neue Retrospektive wirft nun ein Licht auf einen ganz besonderen Abschnitt in der Karriere des großen Jazz-Musikers, seine Zeit als Sideman an der Seite vieler weiterer großer Legenden. „Another Side Of John Coltrane“ ist via Craft Recordings erschienen.

Gerade einmal 40 Jahre alt durfte John Coltrane werden. 1967 verstarb der Komponist und Saxofonist aus Hamlet, North Carolina. Leberkrebs. Vielleicht auch eine Spätfolge seiner jahrelangen Suchtgeschichte. Es bleibt: sein Spiel, seine Innovationskraft, sein Werk. Coltrane gilt als Wegbereiter des Modalen Jazz und des Free Jazz. Während sich sein Vermächtnis aber größtenteils auf seiner Arbeit als Leader aufbaut, begann er seine Karriere als respektierter Sideman an der Seite einiger der größten Namen des Jazz.

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Genau auf diesen Aspekt seines Wirkens konzentriert sich nun die von Nick Phillips produzierte Kollektion „Another Side Of John Coltrane“. Diese beleuchtet einige seiner besten Arbeiten in Sessions unter der Leitung von Miles Davis, Thelonious Monk, Sonny Rollins, Red Garland, Tadd Dameron und Art Taylor.

Ein Anruf von Miles Davis ändert alles

Zu den Glanzlichtern gehört dabei sicherlich die Nummer „Oleo“ mit dem Miles Davis Quintet, die auch als Single ausgekoppelt wurde. Diese Version, die auf „Relaxin‘ with the Miles Davis Quintet“ erschien, wurde im Oktober 1956 im Studio von Rudy Van Gelder in Hackensack, New Jersey, aufgenommen. Mit dabei sind Davis an der Trompete, Coltrane am Tenorsaxophon, Red Garland am Klavier, Paul Chambers am Bass und Philly Joe Jones am Schlagzeug. Die Aufnahme beginnt mit einem Fehlstart, gefolgt von einem kurzen Geplauder zwischen den Musikern, bevor sie mit dem Hard-Bop-Stück beginnen. Eine wunderbare Improvisation.

Coltrane startete seine musikalische Karriere bereits ein Jahrzehnt zuvor und teilte die Bühne mit Größen wie King Kolax und Jimmy Heath, gefolgt von Dizzy Gillespie, Johnny Hodges und sogar seinem Idol Charlie Parker. Aber ein Anruf von Miles Davis im Jahr 1955 änderte den Lauf seines Lebens. Davis gründete eine neue Band und lud den vielversprechenden jungen Saxophonisten ein, sich ihm anzuschließen, zusammen mit Garland, Chambers und Jones. Bekannt als das „First Great Quintet“, nahm die legendäre Gruppe in den nächsten zwei Jahren eine Reihe hoch angesehener Titel auf, darunter eben auch die Relaxin‘-, Workin‘-, Steamin‘-, und Cookin‘-Serie für Prestige. Dies war auch eine Zeit bedeutsamen künstlerischen Wachstums für Coltrane.

Kollektion umfasst viele Perlen

Zusätzlich zu „Oleo“ enthält „Another Side of John Coltrane“ noch weitere Perlen aus diesen von Davis geleiteten Sessions, darunter eine Aufnahme des von Rollins geschriebenen „Airegin“ von 1956 und Thelonious Monks Klassiker „‚Round Midnight“. Letztere Aufnahme aus dem Jahr 1956 erschien ursprünglich auf „Miles Davis and the Modern Jazz Giants“. Großes Kino.

In dieser Zeit arbeitete Coltrane aber auch mit dem Jazzvirtuosen Monk selbst zusammen. 1957 begleitete er den Pianisten allabendlich für eine sechsmonatige Residenz im New Yorker Five Spot Café. „Die Arbeit mit Monk brachte mich in die Nähe eines musikalischen Architekten von höchstem Rang. Ich habe in jeder Hinsicht von ihm gelernt“, sagte Coltrane später zu „Downbeat“. Obwohl die beiden Jazz-Legenden nur eine Handvoll gemeinsamer Sessions aufnahmen – alle 1957 – gelten die nachfolgenden Alben als ehrwürdige Werke des Genres. „Another Side of John Coltrane“ enthält ausgewählte Stücke aus dieser Zusammenarbeit. Darunter finden sich die Ballade „Monk’s Mood“, bei der die beiden vom Bassisten Wilbur Ware begleitet werden, sowie der Monk-Standard „Epistrophy“, bei dem Ware am Bass, Ray Copeland an der Trompete, Gigi Gryce am Altsaxophon, Art Blakey am Schlagzeug sowie Coltrane und Coleman Hawkins am Tenorsaxophon mitwirken.

Legenden geben sich die Klinke in die Hand

Coltrane glänzt auch mit seinem Saxophonkollegen Sonny Rollins auf „Tenor Madness“ – der einzigen bekannten Aufnahme der beiden Saxophon-Giganten zusammen – die auf Rollins‘ gleichnamigem Album von 1956 erschien. Auch „Soultrane“ – mit dem Pianisten und Komponisten Tadd Dameron – ist ein Highlight. Das zu Ehren des Saxophonisten benannte Stück erschien auf dem 1957 erschienenen Album „Mating Call“.

Obwohl sich „Another Side of John Coltrane“ in erster Linie auf Sessions konzentriert, die zwischen 1956 und 1957 aufgenommen wurden (Coltrane nahm 1957 seine erste Platte als Leader auf), enthält das Album auch eine weitere herausragende Performance, die zu Beginn von Coltranes Karriere als angesehener Leader aufgenommen wurde. Der Song „Someday My Prince Will Come“ aus dem Disney-Zeichentrickfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Die Nummer aus dem Jahr 1937 ist ein Klassiker in Davis‘ Kanon. Und das auch dank eines herausragenden Solos von Coltrane, der seinen ehemaligen Boss auch für zwei Titel auf der darauffolgenden LP „Someday My Prince Will Come“ von 1961 im Studio unterstützte.

“Another Side of John Coltrane” kommt auf Vinyl, CD und digital auf den Markt. Die Vinyl-Editionen enthalten dabei zwei exklusive Bonustitel. „Nutty“ (Monk/Coltrane) und „Birks‘ Works“ (von „Soul Junction“ des Red Garland Quintets ft. John Coltrane und Donald Byrd).

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