JJ Cale – Stay Around

JJ Cale - Stay Around (foto: caroline international)

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8 Caroline International
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Sechs Jahre nach dem Tod von JJ Cale erscheint mit “Stay Around” nun das erste posthume Album des legendären Sängers, Songwriters und Gitarristen.

Keine Frage: JJ Cale hat Eindruck hinterlassen. Und das, obwohl seine Songs vor allem in Interpretationen von anderen Künstlern bekannt wurden. Wie “After Midnight” oder “Cocaine” beispielsweise, die Eric Clapton erfolgreich einspielte. Das störte JJ Cale nicht weiter, von den Tantiemen konnte er ganz gut leben. Überdies hatte der Mann nie vor, ein Star zu sein. Er war ein Vollblut-Musiker, wie er im Buche steht. Ihm ging es um die Kunst. So war er einer der Motoren hinter dem „Tulsa Sound“. Nach seinem Tod im Jahr 2013 trauerte die Musikwelt. Eric Clapton nahm sogar ein Tribut-Album auf, auf dem sich beispielsweise Tom Petty, Mark Knopfler, John Mayer und Willie Nelson vor dem Mann aus Oklahoma City verneigten.

Seine Witwe Christine Lakeland hatte nun ja schon länger angekündigt, in seinen Archiven zu graben, um nach Unveröffentlichtem zu forschen. Und offenbar waren ihre Bemühungen erfolgreich. Durchaus möglich, dass der eine oder andere Song davon tatsächlich noch auf einem JJ-Cale-Album gelandet wäre, wenn der große Musiker nicht verstorben wäre. Er bediente sich nämlich immer wieder gerne an Outtakes früherer Platten, veränderte diese, soweit nötig und rettete sie damit vor dem Tod in der Schublade. “Roll On”, der Titeltrack von Cales letztem Album, war zum Zeitpunkt seines Erscheinens vor zehn Jahren schon 34 Jahre alt.

Gott sei Dank entschieden sich die Nachlass-Verwalter dagegen, an den Songs noch großartig rumzubasteln. “Stay Around” ist somit so ziemlich Cale-pur. Eine top arrangierte Song-Sammlung. Eine Auslese, die mehrere Jahrzehnte umfasst und den Künstler von seiner nahbaren Seite zeigt. Dennoch wirkt das Ganze überraschend rund, unter den 15 Stücken, allesamt zwischen Folk, Rock, Blues und Country angesiedelt, gibt es keinen identifizierbaren Filler. Und Cale nuschelt wie zu besten Zeiten.

Der einzige Song auf “Stay Around”, der nicht von JJ Cale selbst geschrieben wurde ist Christine Lakelands „My Baby Blues“. “Das Stück schließt für mich den Kreis. Er war der erste Song, den John und ich produziert hatten, als wir uns 1977 begegneten”, erinnert sich Lakeland.

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Fazit: Würdiger Abschied von einer echten Legende.

Anspieltipps: Stay Around, Chasing You, Girl Of Mine

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