Iggy Pop - The Idiot (foto: universal music)

Iggy Pop – The Idiot

Erscheinungsdatum
Mai 29, 2020
Label
Universal Music
Unsere Wertung
7.5
Anspieltipps
China Girl
Nightclubbing
Funtime
Dum Dum Boys
7.5
Ein Klassiker.
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Ein Anfang im doppelten Sinne: „The Idiot“ markiert nicht nur das Solo-Debüt von Stooges-Frontmann Iggy Pop, sondern auch von David Bowies Berlin-Phase. Universal Music hat diesen Klassiker remastered neu aufgelegt.

Iggy traf David bereits im Jahr 1971 und freundete sich direkt mit ihm an. Bowie war es auch, der Iggy zu einem Plattenvertrag bei MainMan verhalf und somit das dritte Stooges-Album „Rough Power“, das Pop und Bowie gemeinsam produzierten, überhaupt erst ermöglichte. Nach dem (erneuten) Ende von Iggy Pops bahnbrechender Proto-Punk-Band und gemeinsamen Reisen zogen Iggy Pop und David Bowie 1977 nach West-Berlin, um mit der Arbeit an Iggys erstem Soloalbum zu beginnen: „The Idiot“. Iggy, so heißt es, schrieb vornehmlich die Texte. Bowie steuerte die Musik bei und arbeitete parallel an seinem eigenen Album „Low“, weshalb sich hier künstlerisch viele Parallelen auftun.

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Inspiriert von der Umgebung der Ära des Kalten Krieges und benannt nach einem Roman des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski, entfernte sich Iggy mit „The Idiot“ vom Gitarren lastigen Heavy-Punk der Stooges (dem allgegenwärtigen Sound der Ära) und brachte elektronische Texturen und grüblerische Dunkelheit in seine Musik.

Unter den acht Songs befinden sich so manche Evergreens: „China Girl“ etwa, das Bowie selbst sechs Jahre später selbst nochmal aufnehmen würde. Paul Trynka, Autor der David-Bowie-Biografie „Starman“, schreibt, dass die Nummer durch die Beziehung zwischen Iggy Pop und der Vietnamesin Kuelan Nguyen beeinflusst wurde. Nile Rodgers (Chic) hingegen, der Bowies Take produzierte, glaubt, dass es sich bei „China Girl“ um einen Song über Drogen, genauer: Speedballing, handeln würde. Wie dem auch sei: Pops Version von „China Girl“ kommt auf jeden Fall um einiges dreckiger daher als die auf Hochglanz polierte Bowie-Variante.

Großer Einfluss auf viele Künstler

Aber auch die Industrial-Nummer „Nightclubbing“, bei der Bowie höchstpersönlich in die Tasten greift, sowie der Elektronik-Funpunk-Song „Funtime“, bei dem sich das Gespann Bowie/Pop ohrenscheinlich bei der Düsseldorfer Band Neu! – bestehend aus den früheren Kraftwerk-Mitgliedern Michael Rother und Klaus Dinger – bedient hat, gefallen. Später wurde die Nummer unter anderem von Boy George, R.E.M. und Blondie gecovert. Geheimtipp: „Dum Dum Boys“, das noch von ein bisschen Stooges-Atmo umweht wird.

Überhaupt hatte das überaus düstere Album einen Einfluss auf viele Künstler. Siouxsie Sioux, Killing Joke, Depeche Mode, Ian Curtis (Joy Division), Grace Jones und Nine Inch Nails etwa gehören dazu.

Kommerziell gesehen war Iggy mit „The Idiot“ ebenfalls erfolgreich: Platz 30 im UK sprang mit der Platte heraus. Es war das erste Mal also, dass der gute Pop die britischen Top 40 der Album-Charts knacken sollte.

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