Chrissie Hynde - Valve Bone Woe (foto: bmg)

Chrissie Hynde – Valve Bone Woe

Erscheinungsdatum
September 6, 2019
Label
BMG
Unsere Wertung
8
8
Gelungenes Experiment.
Anspieltipps
How Glad I Am
I'm A Fool To Want You
River Man
Once I Loved You
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Pretenders-Chefin Chrissie Hynde hat mit „Valve Bone Woe“ ein neues Solo-Album vorgelegt. Die US-Rock-Musikerin zeigt sich dabei von ihrer chilligen Seite.

Chrissie Hynde hat ihren Platz im Rock-Olymp längst sicher. Sie war eine der ersten ganz großen Rock-Frontfrauen. Jahrzehntelang führte sie die legendären Pretenders an. Sie war und ist die große Konstante in der Jahrzehnte währenden, von vielen Tragödien begleiteten Karriere der Briten, die irgendwie immer mehr waren als nur einfach eine weitere Rockband. 2005 wurde die britische Kapelle in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Erst 2014 erschien mit „Stockholm“ das erste Soloalbum der heute 68-Jährigen, jetzt, fünf Jahre später legt sie mit „Valve Bone Woe“ das nächste nach. Und keine Frage: Es ist ein Album, das überrascht. Die großartige Songwriterin Hynde verlegt sich hier aufs Covern. Obendrein wechselt sie (zumindest ab und an) das Genre. Statt Rock kredenzt uns die Gute hier zu einem großen Teil waschechten Jazz, Dub und Lounge-Musik. Inspiriert wurde das Ganze von Hyndes gemeinsamen Track mit Frank Sinatra für dessen zweites Duett-Album inspiriert. Für die Produktion zeichnen Marius de Vries – mit dem Hynde schon ewig zusammenarbeiten wollte – sowie Eldad Guetta verantwortlich.

Hynde: Kein reines Jazz-Album

Keine Frage: Das Experiment ist geglückt. Die ziemlich entspannte Platte, die sie gemeinsam mit dem Valve Bone Woe Ensemble eingespielt hat, umfasst Interpretationen bekannter Songs von Größen wie Brian Wilson, Frank Sinatra, Hoagy Carmichael, Charlie Mingus, John Coltrane, Nick Drake, Ray Davies sowie Rodgers & Hammerstein. Sanfte Beats, elegante Streicher, tolle Arrangements, hinreißende Melodien, dazu Hyndes immer noch grandiose, warme Stimme – was will man mehr?

Besonders gefallen der Opener „How Glad I Am“, der noch ein bisschen Pretenders-Vibe versprüht, und der jazzige Sinatra-Klassiker „I’m A Fool To Want You“. Auch bei der Ballade „Once I Loved You“ oder Nick Drakes „River Man“ macht Hynde eine besonders gute Figur.

Wenn Hynde nun – wie in mehreren Interviews geschehen – sagt, dass es sich bei „Valve Bone Woe“ um kein waschechtes Jazz-Album handelt, dann hat sie damit natürlich Recht. Es ist eine Jazz-Platte für Rock-Fans, ja, da steckt auch viel Blues drin. Hynde hat ihren eigenen, hinlänglich bekannten Stil, den sie auf der Platte auch beibehält. Die Frau ist Rocksängerin, und will da auch nicht aus ihrer Haut. Und genau das macht den Charme dieser Platte aus.

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