Bruce Springsteen - Western Stars (foto: sony music)

Bruce Springsteen – Western Stars

Der Boss meldet sich zurück: Fünf Jahre nach seinem bis dato letzten Album „High Hopes“ hat Bruce Springsteen heute mit „Western Stars“ eine neue Studioplatte vorgelegt. Auf Album Nummer 19 schwelgt der Boss dabei in Nostalgie.

Keine Frage: Seit nun schon 45 Jahren ist Bruce Springsteen die Stimme des amerikanischen Arbeiters. Ein Mann des Volkes, obwohl er, wie er ja schon in seiner Broadway-Show bekannte, selbst auch nie nur einen Tag wirklich gearbeitet hat. Die Geschichten, die er erzählte, beruhten vielmehr auf Vorstellungen einer Welt, von der er selbst nie Teil gewesen ist. Springsteen ist sozusagen so etwas wie der Karl May des amerikanischen Rock.

Nachdem der Gift spuckende Donald Trump an die Macht kam, zog sich der überzeugte Demokrat Bruce Springsteen insofern zurück, als dass man auf neues Material nun einige Jährchen warten musste. Stattdessen feierte sich der Gute 236 Shows lang am Broadway selbst. Wahrscheinlich war er auch ein Stück weit desillusioniert.

Wenn Springsteen nun auf „Western Stars“ der Nostalgie frönt und ein Amerika besingt, das es so schon längst nicht mehr gibt, dann schwingt da auch eine gehörige Portion politische Wehmut mit. Da ist die Rede von Anhaltern, Sonnenuntergängen, Liebe, wilden Pferden – Springtsteen bedient hier ohne jede Verlegenheit und mit viel Lust zum süßlichen Kitsch so manches Americana-Klischee. Die Ode an den goldenen Westen – es ist auch die Flucht in eine Utopie. Eine Utopie, von der man eben genau weiß, dass sie auch genau das ist, an die man sich aber trotzdem Trost suchend klammert.

Musikalisch orientiert sich Springsteen dabei passenderweise am Southern California Pop der späten 1960er und frühen 1970e Jahre. Als Produzenten holte sich Springsteen Ron Aniello ins Studio, der zudem Bass, Keyboards und diverse andere Instrumente einspielte. Springsteens Frau Patti Scialfa wirkte als Background-Sängerin an vier Stücken mit, zu denen sie auch die Gesangsarrangements beisteuerte. An den Instrumenten, die unter anderem Streicher, Bläser und Pedal-Steel-Gitarre umfassen, wirkten mehr als 20 Musiker mit – darunter Jon Brion, David Sancious, Charlie Giordano und Soozie Tyrell. 

Keine Frage: So wie auf „Western Stars“ klang Springsteen nie zuvor. Weder mit noch ohne E Street Band. Mit der geht der Gute aber übrigens demnächst wieder ins Studio: Ein weiteres Album hat der Boss nämlich schon wieder in der Schublade.

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Fazit: Der perfekte Soundtrack für einen Road Trip.

Anspieltipps: Hitch Hikin‘, Tucson Train, Western Stars, Sundown, Hello Sunshine

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