AnnenMayKantereit - 12 (foto: universal music)

AnnenMayKantereit – 12

Erscheinungsdatum
November 17, 2020
Label
Irrsinn / Universal Music
Unsere Wertung
8.5
Anspieltipps
Gegenwartsbewältigung
Zukunft
Die letzte Ballade
8.5
Geht unter die Haut.
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Huch! Und plötzlich ist da ein neues Album von AnnenMayKantereit. Wie es sich mittlerweile für eine Pop-Band mit gewissem Status gehört, hat die Kapelle um Mitternacht ohne großes Tamtam einfach mal ein neues Album gedropped. „12“ heißt das gute Stück – und liegt zumindest schon mal digital vor.

Gut, einen Teaser gab es schon. Ein unscharfes Bandfoto mit einer handgeschriebenen „12“ darauf. Dass ein Album kommen würde, war also erwartbar. Dass es aber so mir nichts, dir nichts eines Nachts einfach hochgeladen würde – damit hatten die wenigsten Fans gerechnet. Zwei Jahre nach „Schlagschatten“ also endlich neue Mucke von einer Gruppe, die sich in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten und erfolgreichsten Bands des Landes entwickelt hat.

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„12“, wie das gute Stück heißt, ist dabei ein echtes Lockdown-Album geworden. Ein Album, das unter Schock entstanden ist – und sich vornehmlich um Corona dreht. „Dementsprechend düster sind einige der Lieder“, sagt die Band im Waschzettel zur neuen LP. Insgesamt sei das neue Album sehr von den Wochen geprägt, in denen es entstanden ist. Per Video-Call. Per Telefon. Per Mail und in Chatverläufen. „Christopher war im Proberaum, Severin im spontan aufgebauten Homestudio und ich hatte die Gelegenheit, an einem desinfizierten Klavier zu arbeiten. Inklusive Markus Ganter (unserem Produzenten) hinter einer Glasscheibe. Wir haben uns eigentlich jeden Tag zu Ideen ausgetauscht, neue Elemente diskutiert, Anhänge weitergeleitet und darüber gesprochen, wo das unfertige Lied ‚hinwill'“, so Henning May. Und der Sänger fährt fort: „Mitte Mai haben wir uns dann in der Eifel getroffen, um das schon vorhandene Material nochmal ein gutes Stück weiterzubringen. Wir haben uns oft für die Momente entschieden. Für die spontanen Handy-Aufnahmen, für die Versprecher, das Räuspern, das Vogelzwitschern oder knarzende Klavierstühle. Hoffentlich kann man erahnen, was wir damit gern unterstreichen wollten“.

Wenn ein Klischee plötzlich greifbar wird

Zu den Glanzlichtern der Platte gehören sicherlich Songs wie „Gegenwartsbewältigung“ oder „Zukunft“. „So wie es war, so wird es nie wieder sein“, singt May da etwa, mit ganz viel Schmerz in der Stimme, über Piano-Klänge, die das Album deutlich dominieren. Was sich normalerweise wie eine Binsenweisheit anhört, wird unter dem Eindruck der Pandemie plötzlich vom Klischee zur bitteren Erkenntnis. Stark ist auch das politisch aufgeladene „Die letzte Ballade“, ein Song, in dem sich AnnenMayKantereit unter anderem mit dem Anschlag in Hanau beschäftigen. Geht unter die Haut.

Eigentlich muss man sich aber gar keine Songs rauspicken. „12“ funktioniert – eine Seltenheit in Tagen des Streamings – fast schon als Gesamtkunstwerk, das sich in einem weghören lässt. Und das war von der Band natürlich auch genauso gedacht. „Für uns hat es immer drei Teile gehabt – den düsteren Beginn, das Aufatmen danach und die süß-bittere Wahrheit zum Schluss. Wir wünschen uns, dass dieses Album am Stück gehört wird. Die Reihenfolge der Lieder hat für uns Bedeutung, und wer so großzügig ist, sich das Album auch in dieser Reihenfolge anzuhören hat einen gepolsterten Sitzplatz in der Mehrzweckhalle unserer Herzen“, sagt die Band.

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