Amanda Palmer - There Will Be No Intermission (foto: cooking vinyl)

Amanda Palmer – There Will Be No Intermission

Erscheinungsdatum
März 8, 2019
Label
Cooking Vinyl/Sony Music
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
Judy Blume
Voicemail For Jill
Drowning in the Sound
7
Geht unter die Haut.
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Ein Album von ausgesprochener Ernsthaftigkeit: Amanda Palmer, einst als Sängerin von The Dresden Dolls bekannt geworden, legt erstmals nach 2012 mit „There Will Be No Intermission“ wieder ein Soloalbum vor. Eine überaus intime Platte, auf der einerseits die Schattenseiten der Existenz und andererseits Amandas persönlichen Krisen verhandelt werden.

Keine Frage: Amanda Palmer war in den vergangenen Jahren äußerst umtriebig. Die Frau ist schließlich Sängerin, Schriftstellerin, Pianistin, Aktivistin und Bloggerin in Personalunion. Ursprünglich wurde sie als eine Hälfte des in Boston ansässigen Punk-Kabarett-Duos The Dresden Dolls bekannt, das mit seinem Hang zu Theatralik weltweit Aufmerksamkeit erregte. Das letzte Album des Duos erschien 2008, noch immer tritt es aber gemeinsam auf. Nebenher hat sich Palmer eine Solokarriere aufgebaut, eine Schriftstellerinnen-Karriere gestartet (ihr Bestseller „The Art of Asking: How I Learned To Stop Worrying And Let People Help“ erschien 2014) und sich der Kreativen-Plattform Patreon angeschlossen. Auf dieser lädt sie regelmäßig Musik und Filme hoch oder setzt Performance-Projekte um.

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Nun also mal wieder ein Soloalbum. Ein überraschend ernstes noch dazu. „Most of these songs were exercises in survival. This isn’t really the record that I was planning to make. But loss and death kept happening in real-time, and these songs became my therapeutic arsenal of tools for making sense of it all“, sagt Palmer über das Machwerk. Und sie fügt hinzu: „I’ve never been nervous about releasing a record before, but this one is different. The rise of global fascism alongside the spreading fire of #MeToo has forged a louder megaphone for all women, and we’re all seeing that radical truth is infectious. I feel more urgency than ever to share the naked truth of my experiences. The kind of stories that I’m sharing on this record – abortion, miscarriage, cancer, grief, the darker sides of parenthood – have been therapeutic and frightening to write. But every time I play them for my friends and fans, the nodding heads of empathy have lit a fire under my ass to record and release them.“

Für den Hörer durchaus herausfordernd

Die zehn Songs und Unmengen an Interludes verlangen dem Hörer viel Aufmerksamkeit ab. „There Will Be No Intermission“ ist kein Album, das man einfach so nebenbei weghört. Es will Konzentration. Fokussierung. Auf Themen, die weh tun können. „Voicemail for Jill“ zum Beispiel ist ein rauer, klassisch anmutender Klaviersong, der von Palmers lebenslanger Rolle als Pro-Choice-Aktivistin und Vertraute für Frauen (und Männer) inspiriert ist, die die komplizierte Erfahrung gemacht haben, sich für eine Abtreibung zu entscheiden. Ein Song, der unter die Haut geht. Vor allem, wenn man weiß, dass Palmer selbst schon drei Abtreibungen hinter sich hat. Das Lied – geschrieben nach einer Tournee, die sie während des Referendums zur Legalisierung der Abtreibung nach Dublin führte – hatte sie seit Ewigkeiten in der Schublade und war ihr ein „weißer Wal des Songwritings“, so Palmer, die seit Jahren darum kämpfe, einen Weg zu finden, ohne Sentimentalität, Predigt oder Entschuldigung über das Thema zu schreiben.

Nicht die einzige Gäsenhaut-Nummer. Auch die Klavierballade „Drowing in the Sound“ bleibt hängen. Hier beschreibt Palmer versteckte Verbindungen zwischen politischen Unruhen, dem Klimawandel sowie dem Hurrikan „Harvey“, der Sonnenfinsternis, dem grassierenden Internethass und Taylor Swift. Palmer, das wird bei diesem Song, ist eine große Beobachterin. Nach außen – und nach innen, wie der introspektive Song „Judy Blume“ offenbart.

Abzüge in der B-Note

Wenn man dem Album etwas vorwerfen kann, dann die Länge. Die Stücke sind teilweise überlang. Hier und da wird die Zehn-Minuten-Marke geknackt. Nicht immer kann Palmer den Hörer da bei der Stange halten. Abzüge in der B-Note. Verschmerzbar.

Übrigens: Begleitend zum neuen Album wird ein Kunstband mit narrativen Fotografien erscheinen. Er liefert eine visuelle Ergänzung zum Hörerlebnis von „There Will Be No Intermission“. Die Hardcover-Ausgabe ist den Patreon-Supportern von Amanda Palmer vorbehalten.

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