Kyle Craft – Full Circle Nightmare

Kyle Craft - Full Circle Nightmare (foto: sub pop)

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Wir erinnern uns: 2016 begeisterte uns Kyle Craft mit seinem Debütalbum “Dolls Of Highland”, wir wählten es sogar in unsere Bestenliste des Jahres. Nun lässt der Mann aus Louisiana endlich den Nachfolger von der Leine: Das zehn Tracks umfassende „Full Circle Nightmare”,  produziert von Chris Funk (Decemberists) und abgemischt von Trevor Spencer sowie Benjamin Weikel und Brandon Summers von Helio Sequence, ist soeben via Sub Pop erschienen. 

Produktiv ist er ja, der gute Kyle. Da ging der nun in Portland/Oregon lebende Singer-Songwriter nach seinem glänzenden Debüt nicht nur ausgiebig auf Tour (sowohl als Headliner als auch als Support Act für die Fruit Bats und die Drive-By Truckers) und werkelte zwischendurch an seinem neuen Longplayer, nein, zwischendurch fand Craft auch immer wieder die Zeit, einfach mal so neues Material rauszuhauen. Wir erinnern uns da beispielsweise an das politische „Before The Wall” oder die wunderschöne Cover-Song-Sammlung, die unter anderem Leonard Cohens “Chelsea Hotel No. 2” oder TLCs “Waterfalls” umfasste.

Das zweite Album, so heißt es ja gern, ist immer schwieriger als der Erstling. Man hat weniger Zeit, es zu produzieren, und außerdem ist die Erwartungshaltung größer. Vor allem, wenn man so ein fast perfektes Debüt hingelegt hat wie Kyle Craft. Doch alle Sorgen sind unbegründet. „Full Circle Nightmare” ist ein fantastisches Werk geworden, ein sehr straightes und übermütiges Rock’n’Roll-Album, frei von Sperenzchen wie Synthesizern oder Computer-Beats, das verschiedene Spielarten des Genres durchläuft und tatsächlich in beinahe jedem Jahrzehnt der vergangenen 50 Jahre so klargegangen wäre.

Alle Songs wurden innerhalb eines Jahres geschrieben, und anschließend von Craft in das von Chris Funk geleitete Studio gebracht. Es war das erste Mal, dass Kyle mit einem solchen Set-Up arbeitete, bislang war er daran gewöhnt, alle Songs in seinem Zimmer zu schreiben und sie mit seinem Laptop zu bearbeiten: „I always wanted to go to a legitimate studio and do what my all my old heroes did”, erklärt der Musiker. „We did it live with the band.”

Der Spaß, den er dabei hatte, ist hörbar auf „Full Circle Nightmare”, das durch sein autobiografisch inspiriertes, von Herzschmerz durchzogenes Storytelling besticht. Es ist ein Album voller Glanzlichter. Da wäre etwa der lebendige Opener “Fever Dream Girl”, das den Zuhörer gleich auf einen wilden Ritt mitnimmt und der Platte vorgibt. Oder das Honky-Tonk-geschwängerte “Exile Rag”, die vorab veröffentlichte, stampfende Country-Rock-Nummer “Heartbreak Junky”, das folkige “Slick & Delta Queen” oder die wunderbare Ballade “Gold Calf Moan”. Man könnte ewig so weitermachen.

Sowohl das Cover-Artwork als auch das Inner Sleeve der Gatefold LP Edition von „The Full Circle Nightmare” wurde übrigens von den Brüdern Peter und Laki Karavias fotografiert. Die Idee zum Cover-Konzept wurde geboren, als Kyle entschied, zu seinen Lyrics jeweils Bilder hinzuzufügen: „Once everyone all piled into the room, it took a different turn”, sagt Craft. „Some of the lyrical elements stuck around on the cover and on the inside fold, but for the most part it just turned into a small party and my pals Peter and Laki caught some perfect moments.”

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Fazit: Würdiges Nachfolger-Album eines nahezu perfekten Debüts.

Anspieltipps: Fever Dream Girl, Exile Rag, Heartbreak Junky, Slick & Delta Queen, Gold Calf Moan

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