Wer „Conan“ und He-Man mag, der wird auch an „Voltar“ seine Freude haben. Die legendäre Schwarzweiß-Serie des philippinischen Comic-Meisters Alfredo P. Alcala ist nun erstmals auf Deutsch erschienen. Die Retrofabrik hat dem düsteren Fantasy-Machwerk einen liebevollen Sammelband gewidmet.
Er war einer der ersten Künstler, die zeitgleich für die beiden rivalisierenden Comic-Giganten „DC“ und „Marvel“ gearbeitet haben: Alfredo P. Alcala. Schon daran merkt man, dass der 1925 auf den Philippinen geborene Künstler ein ganz besonderer Vertreter seiner Zunft war. Viele kannten und schätzten seinen Strich, den er beispielsweise für Comic-Reihen wie „Savage Sword of Conan“ (Conan der Barbar), „Batman“, „Swamp Thing“, „Star Wars“, „Planet der Affen“ oder „Masters of the Universe“ einsetzte.
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Sein erstes großes Ausrufezeichen setzte er aber noch vor seinem Umzug in die USA mit der Erfindung des Comic-Wikingers Voltar, den er 1963 in seinem Heimatland von der Leine ließ. 1977 schaffte „Voltar“ dann auch den Sprung in die USA und heimste so auch international Anerkennung ein. Als Inspiration dienten Alcala die „Conan“-Romane von Robert E. Howard, wobei es „Conan“-Illustrationen zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab – und auch die „Conan“-Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger lag zu dem Zeitpunkt des „Voltar“-Debüts noch in weiter Ferne.
Gegen Hexenmeister und Dämonen
„Voltar“ erzählt im Stile der „Sword and Sorcery“-Literatur also die Geschichte eines gleichnamigen Kriegers, der in einer dunklen, bösen und mythenumrankten Welt gegen Warlords, Hexenmeister und Dämonen kämpfen muss – je nachdem, was eben gerade so anfällt. Oder: was ihn gerade so anfällt. Der Kampf gegen Barbarei, das Ungeheuerliche – eines der typischen Grundmotive der melancholisch-düsteren Voltar-Welt,
Die Jungs der Retrofabrik versammeln in dem vorliegenden Werk nun ein paar Seiten aus dem Jahr 1963, von 1977 und aus der Zeit, als „Voltar“ in den USA erschienen ist. So lässt sich durchaus ein bisschen erahnen, welche Entwicklung nicht nur die Figur, sondern auch Alcalas Kunst in diesem Zeitraum hingelegt hat.
Von Foster und Dürer inspiriert
Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen, bei denen auf große schwarze Flächen verzichtet und dafür auch eine Vielzahl schwarzer, dünner Linien gesetzt wird, überzeugen durch Atmosphäre und Detailreichtum. Sie wirken nie steril, sondern der rauen Welt, in der Alcalas Stories spielen, angemessen. Der Künstler war übrigens ein großer Connaisseur von Albrecht Dürers Holzschnitten, der Einfluss ist gut erkennbar. Ebenso der von Hal Foster („Prinz Eisenherz“).
Viele Szenen bei „Voltar“ sind dabei durchaus komplex arrangiert. Alcala arbeitete gern mit Splash Pages und monumentalen Bildern. Das Brutalitätslevel ist dabei übrigens vergleichsweise hoch, es fließt Blut, es gibt Tote. Für Kinder sind diese Geschichten also eher nichts. Letztere sollen ein jugendliches oder erwachsenes Publikum ansprechen.
Die 182 Seiten werden in dem von der Retrofabrik veröffentlichten, fast zwei Kilo schweren Band aber nicht nur mit den Stories von Alcala gefüllt, sondern auch mit informativen Parts, unter anderem Begleittexten zu den ausgewählten Geschichten und auch einer lesenswerten Biografie des Künstlers.
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