My Soundtrack: Farewell Dear Ghost

Farewell Dear Ghost (foto: christoph liebentritt)

Die vergangenen Jahre waren für Farewell Dear Ghost einigermaßen turbulent: Nach dem Debütalbum „We Colour The Night“ (2013) ließ die Band 2015 eine Tour durch China folgen. Die Erfahrungen, die die Gruppe aus Wien im Reich der Mitte machte, ließ sie dann in die Songs einfließen, die Anfang 2016 auf der EP „Skin“ veröffentlicht wurden. Anschließend ging es mit Nada Surf auf Europa-Tour. Läuft also, könnte man sagen. Mal gespannt, was 2017 für Philipp Szalay (Gesang), Alexander Hackl (E-Gitarre), Philipp Prückl (E-Bass) und Andreas Födinger (Drums) so bringt. Für unsere „My Soundtrack“-Reihe nahm sich die Band trotz all der Hektik dann doch Zeit.

 

David Bowie – Station To Station


Für uns der Höhepunkt des Meisters. Ein perfektes Beispiel an furchtloser Arrangement-Ideen, kreativer Songstruktur und die Kunst, einen 10-Minuten-Song durchgehend unfassbar spannend zu halten. Alleine das düstere Klavier am Anfang – die Gitarre. Als würde Bela Lugosi himself am Piano sitzen, um vom Thin White Duke dann eine aufs Maul zu bekommen. Von Bowie kann man so unglaublich viel lernen. Er wird unerreichbar bleiben, wahrscheinlich für immer.

 

The Killers – Jenny Was A Friend Of Mine

Eine skurrille Anekdote dazu: Als wir im Mai 2015 auf China-Tour waren, taumelten wir nach dem Konzert in Shanghai selbst hinters DJ-Pult. Der hauseigene Plattenmeister hatte sage und schreibe ein Album auf Lager: „Hot Fuss“ von den Killers. Kurzerhand verwandelte sich der Club in eine Disco, wir übernahmen die Licht-Show und das Entertainment, die Tanzfläche brannte.

 

The National – Bloodbuzz Ohio

Was man sich von Matt Berninger neben seinem offensichtlich überaus angenehmen Hang zum exzessiven Rotwein-Hineinbetonieren auch noch abschauen kann, ist die unaufdringliche Gelassenheit, mit der er seine unwiderstehlichen Texte vorbringt. Mehr Dramaturg denn Sänger, mehr Kummer-Kumpel denn Frontman. Außerdem: Hört mal auf diesen Tom-Sound?! So organisch klang ein Schlagzeug selten auf modernen Produktionen. „Bloodbuzz Ohio“ steht eigentlich auch nur stellvertretend für das komplette The National-Ouevre.

 

R.E.M. – Losing My Religion

Wenn eine Probe eingeschlafene Füße bekommt und wir einen kurzen Come-Down-Effekt benötigen, legt Bassist Phillie meistens diesen Kracher auf. Die, zugegeben, alberne Mandoline lässt sogar die Tauben singen, oder die Donau verwandelt sich in einen Bach aus Schokolade. Außerdem ein extrem intelligenter Text. Schade um die Band.

 

Santigold – Can’t Get Enough Of Myself

Ein aktuelles Album, dass uns mal wieder richtig vom Hocker gerissen hat. „All I wanna do is what I do well, ain’t a gambler but honey, I’d put money on myself.“ So herrlich erfrischend wie eben gepflückte Minze im Gin Tonic vom Vorabend. Was gibt’s Klügeres als bei einer Wette Geld auf sich selbst zu setzen?