Tiny Ruins – Olympic Girls

Tiny Ruins - Olympic Girls (foto: marathon/soulfood)

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8 Matador / Soulfood
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Harte Woche hinter dir? Tiny Ruins liefern pünktlich zum Wochenende die perfekte Anti-Stress-Musik. Auf ihrem neuen Album “Olympic Girls” bieten die Neuseeläner eine wunderbare Mischung aus Dream Pop und zartem Indie-Folk.

Fast ein Skandal: Tiny Ruins sind hierzulande noch weitgehend unbekannt, dabei gibt es die Gruppe bereits seit 2009, das Debütalbum “Some Were Meant For Sea” (2011) erschien im Jahr 2011. Ja, wir schreiben frech “Gruppe”, auch wenn Hollie Fullbrook, Sängerin und Songwriterin, den Namen damals wählte, um ihre Solo-Sachen unter eben diesem zu veröffentlichen. Dennoch greift sie seit vielen Jahren auf den selben Stamm an Musikern zurück: Cass Basil zupft den Bass, Alex Freer sitzt am Schlagzeug und Tom Healy spielt die elektrische Gitarre.

War das zweite Album “Brightly Painted One” 2014 eher ein Schnellschuss (eingespielt wurde es in gerade mal drei Wochen), hat sich die Band aus Auckland für “Olympic Girls” vergleichsweise viel Zeit genommen: fast genau ein Jahr. Das schuf Raum für Kreativität, Raum für Spontanität und zum Experimentieren. Tiny Ruins klingen farbenprächtiger als früher, der Sound ist reichhaltiger, verspielter, weniger minimalistisch. Und dennoch sind die elf Songs von einer gewissen Luftig- und Leichtigkeit, die verblüfft, wenn man bedenkt, dass Fullbrook – deren warme Stimme die Platte dominiert – nach Album Nummer zwei und der ganzen internationalen Tourerei (für Bands aus Ozeanien immer besonders krass) ziemlich ausgebrannt war. Wie der Deutschlandfunk berichtet, seien es dann vor allem die Bilder Van Goghs gewesen, die in Fullbrook wieder die Lust auf Kunst und Musik entfachten – und ein Post einer Freundin aus Japan, der tausende im Wasser treibende Kirschblüten zeigte. Damit, so heißt es auf der Webseite, sei eine Art Initialzündung in Gang gesetzt worden. Der erste Song „One Million Flowers“ ist ein direktes Resultat eben dieser.

Aus dieser insgesamt betörenden Song-Sammlung herausragend: der wunderbare, titelstiftende Opener, der das Tor zu diesem unheimlich intim wirkenden Album ganz vorsichtig öffnet. Wer eintritt, wird belohnt.

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Fazit: Musik zum Träumen.

Anspieltipps: Olympic Girls, School Of Design, How Much, One Million Flowers

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