Tina Turner – My Love Story

"My Love Story" von Tina Turner (foto: penguin verlag)

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Mit “Love Story” legt Tina Turner ihre bereits zweite Autobiografie vor. Darin beleuchtet die 78-Jährige nicht nur schwere Schicksalsschläge, sondern feiert auch die Liebe zu ihrem Ehemann Erwin Bach.

Eine Autobiografie schreiben – das gehört unter Stars und Sternchen bereits seit längerem zum guten Ton. Dann aber noch eine zweite veröffentlichen? Das ist schon eher ungewöhnlich. Das weiß auch Tina Turner. “Ihr denkt jetzt vielleicht, Tina, wir kennen deine Geschichte. Wir wissen, wie das mit dir und Ike war, wie du seinetwegen durch die Hölle gegangen bist, wir wissen, dass du diese schreckliche Beziehung hinter dir gelassen hast, dass du alles überstanden hast”, schreibt Turner im Vorwort von “My Love Story”, um dann klarzustellen, dass sich in den vergangenen Jahren so viele Erfolge und Abenteuer zugetragen haben, dass sie so viel Liebe erfahren und Schattenseiten kennengelernt hat, dass sie nun nicht umhin kommt, ihrer ersten Autobiografie “Ich, Tina. Mein Leben” (1986) eine zweite folgen zu lassen und ihre Geschichte erneut zu erzählen.

Es ist ein Werk, das von Turners Überlebenskampf erzählt, das aber auch das Überleben und die Liebe feiert. Vor allem die zu ihrem Ehemann Erwin Bach, durch dessen Heirat sie sich erstmals als Braut fühlte, obwohl sie ja vorher schon mit Ike Turner, der sie misshandelt und in den Flitterwochen in ein Bordell geschleift hat, verheiratet gewesen ist. Bach, so scheint es, ist der komplette Gegenentwurf zu dem verstorbenen Ike, ein Romantiker, ein Gentleman. Die ersten Seiten von “My Story”, auf denen Turner von ihrer zweiten Hochzeit schwärmt, sind denn auch mit jeder Menge Zuckerguss überzogen. Man gönnt es ihr.

Das Schicksal schlägt aber schon wenige Monate nach der Hochzeit zu. “Ein Blitz fuhr durch meinen Kopf und durch mein rechtes Bein., mein Mund fühlte sich eigenartig an, nur noch mit Schwierigkeiten konnte ich Erwin um Hilfe rufen. Dies konnte nichts Gutes bedeuten, das war mir sofort klar. Doch es war viel schlimmer, als ich es mir je hätte vorstellen können”, schreibt Turner über diesen düsteren Moment. Sie erlitt einen Schlaganfall. Im nächsten Moment sitzt der Leser mit Turner in ein einem Schweizer Krankenhaus, wo die Gute auf eine Nierentransplantation wartet. Seit dem Schlaganfall, schreibt Turner, gehe es gesundheitlich bei ihr drunter und drüber, eine medizinische Katastrophe jagt die nächste. Nierenversagen. Darmkrebs. Turner geht durch die Hölle. Von alldem erfahren die Fans nichts, die Soul-Legende hält ihre schweren Gebrechen vor der Welt geheim.

Durch “My Love Story” lernen sie nun die düsteren Seiten im Post-Ike-Leben der großen Tina Turner kennen. Erfahren von ihren Selbstzweifeln. Ihren Gedanken zum Selbstmord ihres Sohnes Craig. Direkt, ehrlich, schonungslos. Und sie erfahren eben mehr über ihren Retter Erwin Bach. Den sie nicht nur so nennt, weil es sich schön liest, sondern der auch buchstäblich ihr Retter ist, nachdem er ihr eine seiner Nieren spendete.

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Fazit: Lesenswert.

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