Thomas Azier (foto: obi blanche)

Thomas Azier – Love, Disorderly

Unser Video der Woche stammt diesmal wieder aus unserem Nachbarland: Thomas Azier hat uns mit seinem Kurzfilm zur neuen Single „Love, Disorderly“ überzeugt.

Seit Jahren schon bewegt sich Thomas Azier außerhalb gängiger Genre- und Formatgrenzen. Er nähert sich den eigenen Kompositionen eher so an, wie ein bildender Künstler oder ein Maler ein neues Werk in Angriff nehmen würde. Für sein neuestes Material hat sich der Niederländer denn auch von anderen Medien inspirieren lassen – unter anderem spielten Film und Fotografie eine wichtige Rolle –, um so die eigene Herangehensweise und existierende Strukturen aufzubrechen. 

Das dokumentarische Video zur neuen Single vereint Aufnahmen, die der französische Regisseur Laurent Chanez rund um den Globus gemacht hat. So widmet sich der Regisseur den chaotischen Aspekten des Daseins und der Tatsache, wie brüchig die Beziehungen sind, auf denen unsere Existenz basiert. 

Die Seele der Welt

„Ich finde, Laurent ist es damit gelungen, so etwas wie ‘die Seele der Welt’ einzufangen in diesen Beobachtungen, die er da im Verlauf des Jahres 2019 zusammengetragen hat. Kombiniert liest es sich so, als würde man ein Buch durchblättern, eine Ausgabe von National Geographic, dazu Instagram Stories und die Nachrichten. Der Clip bildet den Ist-Zustand der Welt ab, ohne Bewertung, ohne narrative Eingriffe“, sagt Thomas Azier über den Clip. 

Geschrieben und aufgenommen mit dem finnischen Producer/Gitarristen Obi Blanche, der einen ähnlich experimentellen Ansatz wie der Holländer verfolgt, sowie mit verschiedenen Orchestermusikern aus Amsterdam, beginnt der neue Track mit dissonanten Elementen, woraus ein eingängiger Beat, treibende Streicher und einzelne Noise-Explosionen hervorgehen. Der erste Part fungiert wie ein gründliches Durchspülen. Wie eine Art Weckruf. Bis Aziers Gesangsstimme ab der Mitte des Stücks auftaucht und tatsächlich ein wenig an einen verstörenden Alan Vega von Suicide erinnert. 

Große Experimentierfreude

Seit der Veröffentlichung seines gefeierten Debütalbums Hylas im Jahr 2014, dessen Auskopplung „Red Eyes“ für eine internationale TV-Kampagne von Yves Saint Laurent ausgewählt wurde, hat Thomas Azier ganz unterschiedliche Richtungen eingeschlagen und mit immer neuen Sounds experimentiert. Inspiriert wurde er dabei auch von den Orten, an denen er zwischenzeitlich seine Zelte aufschlagen sollte – von Amsterdam via Berlin und Paris bis Japan. Auf der 2019 veröffentlichten EP Raven On The First Floor klang sein Sound sehr viel düsterer als zuvor; auch ließ er mehr Raum für Chaos in seinen Kompositionen. Mit „Love, Disorderly“ bewegt sich Thomas Azier nun im Bereich des Avant-Pop. 

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