The Veils bleiben umtriebig: Nur etwas mehr als ein Jahr nach ihrer letzten Veröffentlichung markiert das heute erscheinende Album „Fragile World“ (V2 Records / Bertus) eine bemerkenswerte Veränderung im Ton und in der Energie der neuseeländischen Kapelle. Der Titel des Albums ist sowohl eine Reflexion der Gegenwart als auch eine Metapher für den Akt des Schaffens selbst.
Vor gerade einmal einem Jahr haben The Veils mit „Asphodels“ ein Album veröffentlicht, das sich vor allen Dingen mit dem Sujet „Leben und Tod“ auseinandergesetzt hat. Das Album, das Sänger Finn Andrews und seine Kollegen jetzt vorlegen, will nicht weniger als die gegenwärtige Situation widerspiegeln – eine Zeit, in der viele Institutionen vor unseren Augen zu zerfallen scheinen. Gleichzeitig dient der Albumtitel auch als eine Metapher für den Schöpfungsakt selbst. Der Prozess des Musikmachens, so Andrews, ist ein heikles und fragiles Unterfangen, bei dem Tausende kleiner Entscheidungen nach und nach zu einem fertigen Ganzen verschmelzen.
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Diesmal machte sich die Kapelle nicht mit einem vorab ausgefeilten Konzept an die Arbeit. „Wir gingen mit vielen Songs ins Studio, hatten aber nur eine vage Vorstellung von den Arrangements und der Instrumentierung. Es war wirklich aufregend, keine Ahnung zu haben, wie diese Platte klingen würde, und nur wenige Wochen Zeit, um das herauszufinden. Meistens spielen Tom Healy und ich alles, manchmal kommt Joseph McCallum dazu. Es war alles sehr instinktiv, ziemlich intensiv und manchmal beängstigend – aber auf eine gute Art und Weise, nicht so beängstigend wie die reale Welt da draußen“, so Andrews.
Etwas poppiger als zuletzt
Erinnerte die Vorgängerplatte musikalisch an Kollegen wie The National oder Nick Cave, geht es auf „Fragile World“ bei aller Nachdenklichkeit überraschend poppig zu, das Klavier bleibt bei Finn Andrews aber das Instrument der Wahl.
Zu den Glanzlichtern zählt direkt der Opener „Aurora“, ein wunderschöner Pop-Song, der Andrews spontan aus der Feder floss, nachdem er eine Aurora am Himmel beobachtet hatte. „Lungs“ verhandelt gekonnt das Thema Rauchen, die Glimmstängel lässt Andrews angeblich mittlerweile liegen. Der Folk-Shuffle „New Day“ überzeugt ebenso wie das Country atmende „My Foolish Heart“. Und auch der Synthie- und Vocoder-Einsatz bei „These are the Days“ – hier sollte der Sound an einen Roboter erinnern, der den Niedergang der Welt bedauert – überzeugt.
Übrigens: Die Band macht in diesem Jahr in Deutschland Station. Berlin (24.11.) und Hamburg (25.11.) sind als Stopps auf der Europa-Tournee vorgesehen.
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