Mit dem melancholischen „Asphodels“ legen The Veils ihr nunmehr siebtes Studioalbum vor. Dabei ließ sich die Band von Dichtern beeinflussen.
Die Musik wurde ihm in die Wiege gelegt: Finn Andrews ist der Sohnemann des Musikers Barry Andrews, der unter anderem bei XTC aktiv war und auch mit Shriekback gemeinsame Sache gemacht hat. Der in Neuseeland aufgewachsene Finn war schon im Teenie-Alter als Musiker umtriebig, als er 16 war und schon einige Demos aufgenommen und verschickt hatte, rissen sich die Labels geradezu um ihn und seine Band The Veils. 2004 erschien das Debütalbum, schon kurz darauf zerstritt sich die Band aber und löste sich auf, Andrews behielt die Rechte und machte mit einem neuen Line-Up unter dem Namen weiter.
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Die Band ist seither – personelle Wechsel hin oder her – fleißig geblieben, tourt quasi unablässig und haut auch in mal kürzeren, mal längeren Abständen neue Alben heraus. Auch in Filmen und Serien ist die Band immer wieder mal zu hören (Finn Andrews auch mal zu sehen), unter anderem setzten schon David Lynch, Tim Burton oder Paolo Sorrentino auf ihre Dienste.
Blume der Unterwelt
Nun also: der siebte Longplayer der Band. „Asphodels“ heißt das gute Stück. Der Name des Albums leitet sich von der altgriechischen Blume der Unterwelt ab. Textlich schöpft Sänger Finn Andrews mehr aus den Werken von Dichtern wie Federico García Lorca, Ted Hughes oder Louis MacNeice als aus dem Œuvre traditioneller Rock ’n‘ Roll-Songwriter. Die erneute Zusammenarbeit zwischen Andrews und der Streicherarrangeurin Victoria Kelly ist ebenfalls ein zentraler Aspekt des Albums, und wie schon beim Vorgängeralbum ‚…And Out Of The Void Came Love‘ spielt Kelly eine große Rolle dabei, die Songs zum Leben zu erwecken.
Neun neue Songs haben The Veils auf „Asphodels“ in petto, dem Vernehmen nach wurden sie innerhalb von fünf Tagen in den Roundhead Studios im neuseeländischen Aotearoa aufgenommen. Wieder hat Andrews vor allem der Themenkomplex „Leben und Tod“ beschäftigt. Der Folk-Pop, den er hier anbietet, ist nachdenklich und melancholisch, zuweilen düster und erinnert hier und da an Kollegen wie The National oder Nick Cave (vor allem: „The Sum“!). Im Vergleich zu Größen wie Cave fehlen aber am Ende doch die originellen Brüche, die Platte wirkt musikalisch solide, aber auf LP-Länge auch etwas eindimensional. Die Stimme von Andrews steht ganz klar im Vordergrund.
Das sind die Glanzlichter
Zu den Highlights gehören auf jeden Fall das eingängige „The Ladder“, ein Song, der von den Gemälden Hieronymus Boschs inspiriert wurde. Dieser hat oft Leitern als Wege zur psychologischen Erkundung gemalt, so Andrews. „Es geht wohl um die Sehnsucht, das unerbittliche Chaos unserer Welt zu überwinden.“
Victoria Kellys Streicher-Einsatz bringt Songs wie den Titeltrack oder „O Fortune Teller“ zum Leuchten. Ihr Zutun ist oft das Salz in der Suppe in dieser insgesamt reduzierten, minimalistischen Angelegenheit. Der Abwechslung halber hätten mehr Songs wie „Melancholy Moon“ oder „Mortal Wound“, die mit ein bisschen mehr Dynamik daher kommen, gut getan.
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