Ein Klassiker des britischen New-Wave-Kinos, jetzt wieder fürs Heimkino erhältlich: „Geliebter Spinner“, eine romantisch angehauchte Gesellschaftssatire, ist eines von John Schlesingers frühen Werken.
Der junge Billy Fisher (Tom Courtenay) arbeitet im Büro einer Bestattungsfirma in der nordenglischen Provinz. Gelangweilt von Job und Leben erfindet er Geschichten über seine Familie und flüchtet sich in ausgeklügelte Tagträume, in denen er Kriegsheld und politischer Führer der Fantasienation Ambrosia ist. Auch die beiden Frauen Rita (Gwendolyn Watts) und (Helen Fraser) belügt er, um sich mit beiden treffen zu können. Allein die freigeistige Liz (Julie Christie) weckt sein aufrichtiges Interesse, scheint sie ihn doch als Einzige zu verstehen.
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Das britische New-Wave-Kino war sozusagen die Antwort auf die französische Nouvelle Vague. Es beschäftigte sich sehr mit der britischen Arbeiterklasse, Literaturverfilmungen gehörten zum Standard bei den meist in Schwarz-Weiß gehaltenen, realistisch anmutenden Streifen. John Schlesinger („Asphalt-Cowboy“) gehörte zu den wichtigsten Regisseuren dieser Bewegung. „Geliebter Spinner“ aus dem Jahr 1963 gehörte dabei zu seinen frühen Werken. Hier macht Schlesinger aus der Roman- und Theatervorlage „Billy, der Lügner“ eine romantisch angehauchte Gesellschaftssatire über den Umgang mit der eigenen Lebensrealität. Dabei kann er auf eine hervorragende Cast zurückgreifen, allen voran Tom Courtenay („Doktor Schiwago“) besticht hier durch sein Spiel. Oscar-Gewinnerin Julie Christie („Wenn die Gondeln Trauer tragen“) ist hier etwa in einer ihrer ersten großen Rolle zu sehen. Die Dialoge sind witzig, der Humor gern auch mal düster. Ein Film, der zur Zeiten der Erstveröffentlichung kein Riesenerfolg war, über die Jahre aber zum Kult wurde, zumal er den Vibe der Sixties wunderbar einfängt.
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