Stella Donnelly - Beware of the Dogs (foto: secretly indian)

Stella Donnelly – Beware Of The Dogs

Erscheinungsdatum
März 8, 2019
Label
Secretly Canadian/Cargo
Unsere Wertung
8.5
8.5
Starkes Debüt.
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Eine der wichtigsten Platten des Jahres: Stella Donnelly hat heute ihr Debütalbum „Beware of the Dogs“ veröffentlicht. Die australische Singer-Songwriterin geht auf ihrem Erstling in die Tiefe – und durchaus auch dahin, wo es weh tut.

 „Oh are you scared of me old man? Or are you scared of what I’ll do? You grabbed me with an open hand. The world is grabbing back at you.“

Stella Donnelly – „Old Man“

Bissige Zeilen. Stella Donnelly weiß, wie man Ausrufezeichen setzt. Gegen den täglichen Sexismus. Gegen sexuelle Gewalt. Wie eben in „Old Man“, dem Opener des Albums, der die Richtung der Platte vorgibt. „Die Akkorde und der Refrain zu dem Song sind mit 2017 in den Sinn gekommen, als Woody Allen die #metoo-Bewegung eine Hexenjagd nannte“, verrät sie im Waschzettel des Albums. Sie habe dann auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgeblickt, die Erfahrungen, die eine junge Musikerin wie sie mit älteren, mächtigen Männern leider eben so macht, die sie ausnutzen und manipulieren wollen. „Ich werde diese Leute nicht öffentlich an den Pranger stellen, aber es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass sie den Song irgendwann hören könnten und sich dann vielleicht auch wenigstens im Ansatz so gedemütigt und ausgeliefert fühlen wie ich damals.“

Auch das eindringliche „Boys Will Be Boys“, in dem es um Vergewaltigung geht (inspiriert von der Geschichte einer Freundin Donnellys), geht in eine ähnliche Richtung. Oder der Song „Watching Telly“, in dem Donnelly sich Gedanken über das Thema Schwangerschaftsabbrüche macht. In Down Under sind Abtreibungen noch nicht in jedem Bundesstaat legal.

Stella lässt auch Raum für das Leichte

Es ist nun aber nicht so, dass Donnelly hier ein aggressives, feministisches Manifest abgibt. Zum einen, weil sie vor allem leise, bedächtige Töne anschlägt. Oft sarkastisch und eindringlich, aber selten laut. Und zum anderen, weil diese Themen das Album zwar durchziehen, aber nicht dominieren. Donnelly lässt auch Raum für das Leichte, das Alltägliche. Immer wieder aber setzt sie dann eben sozialkritische Ausrufezeichen.

Musikalisch bewegt sich das Ganze im Folk-Pop-Bereich. Die Melodien sind süß, eingängig, im Paket lebensbejahend, auch wenn hier und da bittersüße Melancholie durch die Songs weht. Ihre Relevanz gewinnen die Songs vor allem durch die teils messerscharfen, aber stets empathischen Texte, die durchaus auch durch eine Prise des feinen Donnelly-Wortwitzes gewürzt sein können („Like a mower in the morning, I never let you rest“). Es ist auch dieser Gegensatz zwischen Sound und Inhalt, der diese Debüt-Platte so interessant macht.

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