Spacey Jane - If That Makes Sense (foto: Concord Records)

Spacey Jane – If That Makes Sense

Erscheinungsdatum
Mai 9, 2025
Label
Concord Records
Unsere Wertung
8

Indie-Rock made Down Under: Mit „If That Makes Sense“ haben Spacey Jane aus dem australischen Fremantle City ihr nunmehr drittes Album vorgelegt. Es ist ihr wohl ambitioniertestes.

Ihren ersten Auftritt hatten Spacey Jane 2016 noch im Hinterhof von Sänger Caleb Harpers Vater. Jetzt schicken sich die Westaustralier an, auch international für Furore zu sorgen. Spacey Jane – hinter diesem klingenden Namen verbergen sich neben Sänger und Gitarrist Caleb Harper, Lead-Gitarrist Ashton Hardman-Le Cornu, Drummer Kieran Lama and Bassist Peppa Lane, der 2019 Amelia Murray ersetzt hat. 2020 veröffentlichte die Formation aus dem Großraum Perth ihr Debütalbum „Sunlight“, das direkt auf Platz zwei der Aussie-Charts schoss. Der Nachfolger „Here Comes Everybody“ (2022) eroberte dann sogar den Spitzenplatz.

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Jetzt, drei Jahre später, also Studioalbum Nummer drei. Die Messlatte liegt nach den Erfolgen der ersten beiden Alben ziemlich hoch. Wie würden die Australier mit diesem Druck umgehen? Nun, positiv. Sie sind die Sache mit breiter Brust angegangen. Da sollte einem der Albumtitel nichts vormachen. Die titelgebende Phrase „if that makes sense“ mag oft als Frage ohne Fragezeichen verwendet werden. Meist als eine Bitte um Bestätigung, die einen Mangel an Vertrauen in das, was zuvor ausgedrückt wurde, signalisieren kann. Und dennoch klingen Spacey Jane auf ihrem dritten Album größer, heller und selbstbewusster denn je. 

Da ist zum einen der Sound. Da haben Spacey Jane sich breiter aufgestellt als zuvor, den typischen Indie-Gitarren-Furor beispielsweise um Synthie-Klänge erweitert. Alles ist ein bisschen ausgefeilter, komplexer, elaborierter. Und dabei noch ungemein eingängig. Hymnisch. Produziert von Mike Crossey (The 1975, Arctic Monkeys, Wolf Alice), arbeitete die Band dafür auch mit den Songwritern Jackson „Day Wave“ Phillips und Sarah Aarons (Childish Gambino, Miley Cyrus, Lykke Li) zusammen. Aufgenommen wurde das Machwerk in Los Angeles.

Reminiszenzen an INXS und Icehouse

Inhaltlich dreht es sich vornehmlich um Themen wie Verliebtheit, Verlust und Trauma-Überwindung, vorgetragen in cleveren, aber dennoch oft herzzerreißenden Texten. Persönlich eingefärbt, da geht es ans emotional ans Eingemachte. Da sollte man sich vom oft sonnigen, luftigen Sound nicht in die Irre führen lassen. In „Through My Teeth“ etwa, dem verträumt klingenden Opener des Albums, setzt sich Frontmann Caleb Harper mit den Schuldgefühlen und Dissonanzen auseinander, die mit dem Erwachsenwerden einhergehen. Direkt ein Standout-Track der Platte, zurecht vorab auch als Single ausgekoppelt.

Ein weiteres Glanzlicht: das überaus eingängige „Whateverrrr“ ebenfalls als Single veröffentlichte „How to Kill Houseplants“, das sich an die Power-Pop-Balladen der australischen 80er-Jahre-Bands Icehouse und INXS anlehnt. In dem herzzerreißenden Track wird Harper mit seiner Unfähigkeit konfrontiert, eine Beziehung zu retten, während er gegen die Versuchung ankämpft, sie zu verlassen. „Ich fühle mich schrecklich und möchte das Ding retten, aber ich weiß nicht, wie ich das machen soll“, gibt Harper zu und fügt ironisch zur Zimmerpflanzen-Beziehungsmetapher hinzu: „Ich sollte mittlerweile wissen, wie das geht, aber ich weiß es nicht: Ich habe 35 kriechende Efeupflanzen getötet.“ Eine Metapher, die punktgenau sitzt.

Auch die hymnische Lead-Single „All the Noise“ bleibt haften. Hier erzählt Caleb Harper die komplizierte Geschichte von Start und Zusammenbruch der Beziehung seiner Eltern, während er befürchtet, dass er in deren Fußstapfen treten wird.

Keine Frage: „If That Makes Sense“ könnte für Spacey Jane endlich den Durchbruch auch außerhalb Australiens bringen. Dass die Band diesen vielleicht schon geschafft hätte, wäre da nicht die Pandemie dazwischengekommen, ist anzunehmen. Im Herbst will die Kapelle nach Europa kommen.

Anspieltipps
Through My Teeth
Whateverrrr
All the Noise
How To Kill Houseplants
8
Erfolgsversprechend.
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