Prince - Chaos and Disorder (foto: sony music entertainment)

Prince – Chaos and Disorder

Erscheinungsdatum
September 13, 2019
Verleih
Sony Music Entertainment
Unsere Wertung
6.5
6.5
Eine nette Fingerübung.
Anspieltipps
I Will
Dinner With Delores
Chaos and Disorder
Into The Light
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Gute Nachrichten für alle Prince-Fans: Dieser Tage standen wieder diverse Re-Releases der Pop-Legende an. Neben „The Versace Experience (Prelude 2 Gold)“ und „Emancipation“ zählt dazu auch das aus dem Jahr 1996 stammende Album „Chaos and Disorder“ – sein letztes für Warner Music. Es ist nun zum ersten Mal überhaupt auf Vinyl erhältlich.

Die Neunziger Jahre waren für Prince kein einfaches Jahrzehnt. Eher ein frustrierendes. Da war der lange Streit mit Warner Music, der letztlich dazu führte, dass sich Prince nicht mehr Prince nannte und sich das Wort „Slave“ (Sklave) ins Gesicht pinselte. „Chaos and Disorder“ war seinerzeit das letzte Album, das Prince bei dem Major Label veröffentlichte. Es erschien 1996. In diesem Jahr war Prince ziemlich umtriebig. Unter anderem veröffentlichte er den Soundtrack zu Spike Lees Film „Girl 6“, dann eben „Chaos and Disorder“, später mit „Emancipation“ sogar noch eine dritte Platte. Kann man mal so machen.

Keine Frage: „Chaos and Disorder“ gehört beileibe nicht zu den erfolgreichsten Platten von Prince. Kommerziell betrachtet war das Ding damals gar ein Flop. Sie erreichte nur Platz 14 in den britischen sowie Platz  26 in den U.S. Billboard 200 Charts. Für einen Superstar vom Kaliber Prince eher enttäuschend. Klar, das Abschneiden der Platte lag auch daran, dass der Gute keinen Bock hatte, sie zu bewerben. Sie war ja mehr oder weniger eine vertraglich bedingte Pflichtübung. Außerdem soll es ihm damals auch gesundheitlich nicht so gut gegangen sein.

Die Platte war überdies ein Schnellschuss, sie entstand parallel zu den Arbeiten an „Emancipation“, wurde auch ziemlich schnell eingespielt. „Jemand erzählte mir, Van Halen haben ihr erstes Album innerhalb von einer Woche aufgenommen“, erzählte Prince damals der „Los Angeles Times“ im Hinblick auf die kurze Entstehungszeit dieses Albums. „Das ist genau das, was wir wollten – Spontanität. Wir wollten schauen, wie schnell und hart wir es raus hauen können.“ Dabei half sicherlich, dass man noch ein paar Überbleibsel von den Aufnahmen zu den Vorgänger-Platten „Come“ und „The Gold Experience“ in der Schublade hatte.

Keine Experimente

Für große Experimente, große Sperenzchen blieb dann auch keine Zeit. Für Prince-Verhältnisse ist „Chaos and Disorder“ erstaunlich konventionell. Zu weiten Teilen handelt es sich um ein fast klassisches, aber auch melancholisches Rockalbum. Ohne viel Tamtam, die Gitarren („I Like It There“ – großartig) dominieren. Einzig „I Rock“, „Therefore I Am“ und „Dig U Better Dead“ sind hier stilistische Brüche und eher dem Dance-Bereich zuzuordnen. Die Texte sind dazu insgesamt – typisch Prince – provokant und sexuell aufgeladen. Es geht um Liebe, Wollust, stuff like that. Einen wirklichen roten Faden oder thematischen Überbau gibt es aber nicht.

Inhaltlich herausragend ist hier der gesellschaftskritische Titelsong, der auch viel über Prince‘ Mindset in dieser Zeit verrät. Ein Superstar, der seinen Platz in einem Jahrzehnt suchte, das an ihm vorbei zu rauschen schien. Und in „Dinner with Delores“ verarbeitet Prince sein Verhältnis mit seiner soon to be Ex-Plattenfirma. Musikalisch aber machen aber die beiden feinen Balladen „Into the Light“ und „I Will“ am meisten Spaß.

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