Platzspitzbaby (foto: Eurovideo)

Platzspitzbaby

Erscheinungsdatum
März 24, 2022
Verleih
EuroVideo
Unsere Wertung
9

In „Platzspitzbaby“ erzählt Regisseur Pierre Monnard eine bewegende Geschichte – angesiedelt mitten im Züricher Drogenmilieu. Das Drehbuch ist dabei lose angelehnt an den gleichnamigen, autobiographischen Bestseller von Michelle Halbheer und Franziska K. Müller. Das bewegende Drama liegt nun fürs Heimkino vor.

Ende der 1980er-Jahre wurde ein kleiner Park beim Zürcher Hauptbahnhof, direkt hinter dem Schweizer Landesmuseum, zum berüchtigten Treffpunkt von Dealern und Drogensüchtigen: der Platzspitz. Täglich hielten sich dort bis zu 3000 Menschen auf, kauften und konsumierten Drogen und hausten auch dort. Und zwar unter schlimmsten Bedingungen. 

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Das Elend der offenen Drogenszene, inmitten einer der reichsten Städte der Welt, rief auch im Ausland Fassungslosigkeit hervor. Aufgrund des immer grösser werdenden Drucks durch Öffentlichkeit und Politik wurde der Platzspitz schließlich anfangs 1992 geräumt. Die offene Drogenszene und damit auch das Elend verlagerten sich darauf zum nahegelegenen ehemaligen Bahnhof Letten und in die umliegenden Wohnquartiere. 

Erst die Schließung des Lettens am 14. Februar 1995, verbunden mit einer neuen, national koordinierten Drogenpolitik, führte zu einer spürbaren Entspannung der Drogensituation in Zürich und zu einer Besserung der Lebensumstände der Süchtigen.

Die Idylle zerplatzt

Genau hier setzt der Film „Platzspitz“ an. Frühling 1995: Nach der Auflösung der offenen Drogenszene in Zürich ziehen die elfjährige Mia (Luna Mwezi) und ihre Mutter Sandrine (Sarah Spale) in ein verschlafenes Städtchen im Zürcher Oberland. Die anfängliche Idylle endet schnell als alte Freunde auftauchen und Sandrine rückfällig wird. Mia flüchtet sich in eine Traumwelt und schmiedet fantastische Pläne für ein Inselleben mit ihrer Mutter, fernab der Drogen. In einer neuen Freundesclique findet Mia bald eine Art Ersatzfamilie und immer mehr auch die Kraft, sich gegen ihre alles beherrschende Mutter aufzulehnen.

Es ist eine bewegende Geschichte, die Pierre Monnard hier erzählt. Eine, die unter die Haut geht. Das liegt zum einen an der hervorragenden Besetzung, gerade Luna Mwezi sticht hier heraus. A star in the making. Das liegt aber vor allem auch an dem Einfühlungsvermögen, das Monnard hier an den Tag legt und der Glaubhaftigkeit der Story. Zwar ist der Film nur lose an den gleichnamigen, autobiografischen Bestseller angelehnt, das hat dem Film aber nichts von seinem Realismus und seiner Authentizität genommen. Ein Film, der schmerzt. Und schmerzen muss.

9
So gut, dass es schmerzt.
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