Stefan Stoppok ist im Februar 70 Jahre alt geworden. Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk widmet Glitterhous Records dem Liedermacher und Multiinstrumentalisten nun ein Tribute-Album. Auf „26/70 – Die Songs von Stoppok“ erweisen Kollegen wie die Furys, BAP oder Plewka & Schmedtje dem Meister die Ehre.
Wer sich ein bisschen mit Musik beschäftigt, dem begegnet der Name „Stoppok“ immer und immer wieder. Gefühlt ohne Unterlass ist der Musiker aus Hamburg, der in Essen aufwuchs, auf Tour seit er 1982 seine Solo-Karriere einschlug. Seither steht er regelmäßig alleine oder mit der nach ihm benannten Band Stoppok auf deutschen Bühnen und kredenzt dem Publikum seine Mixtur aus Folk, Blues und Rock. Die Texte, die er entweder allein oder mit Bernie Conrads und Danny Dziuk schreibt, sind mal nachdenklich-melancholisch, mal humorig-satrisich, auf jeden Fall immer des Hinhörens wert.
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Zu seinem 70. Wiegenfest wurden nun also mehrere Kollegen gefragt, ob sie nicht einen Song des Meisters für ein Tribute-Album neu interpretieren wollten. Und so versammelt „26/70“ nun 18 solcher Hommagen, die teils von Legenden in their own right (siehe Wolfgang Niedecken und BAP) oder jungen, aufstrebenden Künstlern stammen (siehe etwa Miss Allie). Mal sind die Interpretationen nah am Original, mal überraschen sie durch einen anderen Blickwinkel. Gelungen sind sie alle, Ausreißer nach unten gibt es nicht wirklich.
Niedecken mit viel Gefühl
Lina Maly, Phil Siemers und Pohlmann eröffnen das Treiben mit einer chilligen Variante von „Wetterprophet“. BAP-Mastermind Wolfgang Niedecken, so heißt es im Waschzettel zur Platte, habe sich sofort „Wie tief kann man sehen“ herausgesucht, ein Song, der ihn persönlich tief berühre. Merkt man der Nummer auch an, Niedecken bringt sie mit viel Gefühl. Der Niederbayer Hannes Ringlstetter, den man auch aus der TV-Serie „Hubert und Staller“ beziehungsweise „Hubert ohne Staller“ kennt, macht aus „Und retour“ eine Mundart-Nummer. Überrascht. Funktioniert aber. Auch Alin Coens Version der Ballade „Dein Glück“ bleibt haften, hier gehen Stoppoks indischen Bühnenbuddies um Soumyojit-Sourendro zur Hand.
Die Beiträge von Fortuna Ehrenfeld („Tage wie dieser“), Selig-Sänger Jan Plewka („Zwischen Twentours und Seniorenpass“), den 17 Hippies („Kebap bezahl’n“), Joco („Mülldeponie“), Desiree Klaeukens („Dumpfbacke“) und Lo-Soul-Sängerin Ami Warning („Pack mit an“) sind ebenfalls mehr als geglückt. Und bei Fury in the Slaughterhouse („Tanz“) ist sowieso alles, was sie gerade anfassen, Gold.
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