Paul McCartney - McCartney III (foto: capitol/universal music)

Paul McCartney – McCartney III

Erscheinungsdatum
Dezember 18, 2020
Label
Capitol/Universal Music
Unsere Wertung
7.5
Anspieltipps
The Kiss Of Venus
Slidin'
Long Tailed Winter Bird
Find My Way
Pretty Boys
7.5
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50 Jahre nach seinem Solo-Debüt schließt Musiklegende Paul McCartney mit „McCartney III“ überraschend seine Solo-Trilogie ab. Denn eigentlich sollte in diesem Jahr gar kein neues Album des früheren Beatle erscheinen. Dann aber kam Corona – und der gute Paul wurde kreativ.

Es ist eine Trilogie, deren Teile immer wieder Krisen vorausgingen. Bei Pauls Solo-Debüt im Jahr 1970 etwa war es eine der dramatischsten Bandauflösungen der Musikgeschichte. Das Ende der Beatles. 1980 erschien das eher avantgardistische „McCartney II“ dann im Zuge der sich anbahnenden Trennung von den Wings. Und nun, bei „McCartney III“ war der gute Paul wieder aus unvorhersehbaren Gründen auf sich allein gestellt. Die Corona-Pandemie, you know.

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„McCartney III“ ist nun Pauls erstes neues Album seit  „Egypt Station“ aus dem Jahr 2018. Es ist reduziert, komplett von Paul selbst produziert. Ein waschechtes Soloalbum also, eben genau wie die beiden Vorgänger der Trilogie. Aufgenommen wurde es Anfang des Jahres in Sussex, im Lockdown. Die Platte besteht dabei vornehmlich aus Live-Aufnahmen von Paul am Klavier mit Gesang. Alles andere, Bass und Schlagzeug zum Beispiel, hat er im Nachgang hinzugefügt.

Es braucht diesen tröstlichen McCartney-Sound

Elf neue Songs präsentiert uns der Mann nun auf seinem insgesamt recht starken und inspirierten Alterswerk. Angestoßen wurde der Entstehungsprozess, als Paul einen unveröffentlichten Track aus den frühen 90ern, das damals mit George Martin aufgenommene „When Winter Comes”, in die Finger bekam. Paul schrieb eine neue Passage für den Song und so entstand das bluesige „Long Tailed Winter Bird“, der indisch anmutende Opener von „McCartney III“, der so auch von George Harrison hätte stammen können. „When Winter Comes“ ist nun mit seinem neuen Intro „Winter Bird“ das Grand Finale des Albums. Das bietet unter anderem Pop („Find My Way“), typische McCartney-Balladen („Pretty Boys“), Soul („Deep Down“), modernen R&B („Deep Deep Feeling“, mit achteinhalb Minuten etwas lang geraten) und ein paar wunderbare Akustik-Perlen („The Kiss Of Venus“). Mit „Lavatory Lil“ und „Slidin'“ sind auch zwei echte Rocker im Programm. Dafür: Keine unsäglichen Anbiederungen an den Zeitgeist, keine Kollaborationen mit Kanye West oder Ryan Tedder. Einfach nur McCartney, ungeschminkt. Das gefällt.

Man hat dem guten Paul ja immer vorgeworfen, ohne Lennon als kongenialen Partner in Sachen Songwriting immer etwas zu süßlich, zu niedlich, zu ungefährlich zu sein. Dem unerschütterlichen Optimisten, so lautete der Vorwurf, fehlte solo immer das düstere, ironische Gegenstück. Aber vielleicht ist es genau dieser beinahe schon tröstliche McCartney-Optimismus, den es zum Abschluss dieses verrückten Pandemie-Jahrs einfach braucht.

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