Nick Cave & Warren Ellis - Carnage (foto: Goliath Records Ltd)

Nick Cave & Warren Ellis – Carnage

Erscheinungsdatum
Februar 25, 2021
Label
Goliath Records Ltd
Unsere Wertung
8
Anspieltipps
Hand of God
Carnage
White Elephant
8
Betörend.
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Götter des Gemetzels: Nick Cave und Warren Ellis haben heute ihr neues Album „Carnage“ veröffentlicht. Was auf Deutsch so viel wie Blutbad oder Gemetzel bedeutet. Entstanden ist das Gemeinschaftswerk im Lockdown. Cave beschreibt es als „eine brutale, aber wunderschöne Aufnahme, eingebettet in eine gemeinschaftliche Katastrophe.“

Zwar ist „Carnage“ der erste echte gemeinsame Longplayer der beiden Musiker, allerdings natürlich nicht die erste Zusammenarbeit. Ellis ist seit längerer Zeit Teil der Bad Seeds, außerdem hat das Duo schon gemeinsam an vielen Soundtracks gewerkelt. Man kennt sich, man schätzt sich. Nur so ist es auch zu erklären, dass den beiden die Platte im Grunde in den Schoß gefallen ist. Bei einer gemeinsamen Jam-Session. Die Songs dazu hatte Cave mehr oder weniger mitgebracht, sie sind in den ersten Lockdown-Wochen entstanden, als der Gute viel Zeit zum Grübeln, Lesen und Schreiben hatte. Einer wie Cave nutzt die Gemengelage dann eben, um mal eben ein paar Meisterwerke zu zimmern.

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Das Klangspektrum der neuen, atmosphärisch unheimlich dichten Aufnahmen reicht von typischen Cave-Nummern („Hand of God“) über den düsteren, elektronischen Puls des Stücks „Old Time“ bis hin zum sehnsuchtsvollen „Albuquerque“. Letzteres ist eine klassischen Ballade, die auf einer kreisförmigen Klavierfigur basiert, überzogen mit hypnotischen Streicherparts. Von denen gibt es so einige, auch die Gitarre kommt bei Cave mal wieder häufiger zum Einsatz. Der Instrumentierung hört man die Einschränkungen der Pandemie wahrlich nicht an. Gerade der Beginn des Albums hat dabei eine etwas rastlose, ja, fiebrige Energie, später beruhigt sich die Lage etwas.

Cave ist derzeit unheimlich produktiv

Die Perspektive ist im Vergleich zum gefeierten Nick Cave & The Bad Seeds-Vorgänger „Ghosteen“, auf dem sich Cave vor allem mit der Trauer um seinen verstorbenen Sohn befasste, eher nach außen gerichtet. Corona selbst wird aber nicht direkt thematisiert, vielmehr indirekt. Es geht viel um Tod, um Religion, um Schuld, das Leiden, die Liebe. Um Isolation. Zeitlosigkeit schlägt hier Tagesaktualität.

Keine Frage: Mit seinen mittlerweile 63 Lenzen ist der gute Cave in absoluter Top-Form. Und unheimlich produktiv. „Carnage“ ist immerhin die dritte Veröffentlichung binnen weniger Monate. Zuletzt erschienen das Live-Album „Idiot Prayer“ und die Neoklassik-Songsammlung „L.I.T.A.N.I.E.S.“.

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