Nick Cave & The Bad Seeds – Distant Sky (Live in Copenhagen) (EP)

Nick Cave - Distant Sky (foto: bad seeds ltd.)

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Nick Cave präsentiert sich auf seiner neuen EP “Distant Sky (Live in Copenhagen)” in Top-Form. Schade, dass zu der Show kein komplettes Live-Album erschienen ist.

Keine Frage: Nick Cave zeichnet live eine gewisse Magie aus, der man sich als Hörer und Zuschauer kaum entziehen kann. Davon konnte man sich auch in den beiden vergangenen Jahren überzeugen. Die Top-Form, in der sich Cave in der jüngeren Vergangenheit befindet, ist umso bemerkenswerter, als dass den stets düster daher kommenden Australier im Jahr 2015 ein schwerer Schicksalsschlag ereilte: Sein 15-jähriger Sohn Arthur kam bei einem Sturz von einer Klippe ums Leben.

Cabe stürzte sich in die Arbeit, brachte das Album “Skeleton Tree” heraus, auf dem er den Tod seines Sohnes verarbeitete – und ging auf Tour. Er und seine Bad Seeds gaben ausverkaufte, emotional eindringliche Shows in Australien, Europa und Nordamerika. Belohnt wurde die Kapelle dafür mit den bis dato besten Live-Kritiken ihrer Karriere. Caves ehrliche Melancholie, sein authentischer Schwermut gingen unter die Haut.

Dokumentiert wurde diese außergewöhnliche Tour in dem Konzertfilm “Distant Sky”, der im Oktober 2017 in der Kopenhagener Royal Arena gedreht wurde. Der Streifen lief im April 2018 in ausgewählten Kinos und ließ die Daheimgebliebenen dieses aussergewöhnliche Konzert zumindest auf der großen Leinwand miterleben.

Mit der “Distant Sky EP (Live in Copenhagen)” bekommen die Fans nun den Mini-Soundtrack zu diesem eindrucksvollen Konzertfilm. Einen Ausschnitt aus einer grandiosen Show, mit nur vier Songs eigentlich so kurz, dass es schon fast schlechte Laune macht. Man will einfach mehr. Viel mehr. Der mit rund acht Minuten geradezu epische Opener “Jubilee Street” reißt einen direkt mit. Gefühlvoller ist da schon der Titeltrack, ein beinahe sakrales Duett mit der Sopranistin Elsa Torp. Sorgt für Gänsehaut. Die Nummer stammt aus “Skeleton Tree”. Mit “Mercy Seat” und “From Her To Eternity” finden sich dann noch zwei Bad-Seeds-Klassiker auf der EP, bei denen sich Cave und die Band richtig austoben können. Beide Tracks werden hier mit viel Lust vorgetragen, vor allem letzterer bekommt mit neun (!) Minuten jede Menge Zeit, sich dem Hörer mal so richtig ins Hirn zu hämmern.

PS: Erhältlich ist dieser hörenswerte Mitschnitt digital und als 12″-Vinyl.

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Fazit: Geht unter die Haut.

Anspieltipps: alle (!)

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