My Soundtrack: Orpheo

Orpheo (foto: daria radevich)

“Wenn ich auf die Songs zurückblicke, die mein Leben geprägt haben, merke ich, dass die Musik, die ich höre stark mit meinem Umfeld und dem Ort, an dem ich mich befinde, zusammenhängt. Dementsprechend ist es wohl eine Wechselwirkung: Mein Leben prägt meinen Musikgeschmack und mein Musikgeschmack prägt mein Leben”, schreibt uns der Kieler Rapper Orpheo, der kürzlich seine EP “Rapper sind Dichter und Denker” veröffentlicht hat, auf unsere “My Soundtrack”-Anfrage. Hier sind seine Picks.


Prinz Pi – Leerlauf

„Zeit ist Geld“ war die erste CD, die ich mir gekauft habe. Ich hatte davor zwar das Album „Maske“ von Sido geschenkt bekommen, aber erst Prinz Pi infizierte mich wirklich und dauerhaft mit der Liebe zur Rap-Musik. Das Album zeigte mir, dass jenseits von der rap-typischen Selbstbeweihräucherung auch intelligente und persönliche Texte möglich sind. Seine Musik ist einer der Gründe, weshalb ich angefangen habe, zu rappen und deshalb hat er wohl von allen Rappern den größten Einfluss auf mich gehabt.


Soulja Boy – Crank That


„Crank That“ von Soulja Boy entdeckte ich für mich, als ich für ein halbes Jahr in Kanada zur Schule ging. Jeder machte damals den Tanz aus dem Video im Club nach, wenn der Song auf Dauerschleife lief. Das war eine ganz andere Form der Hip-Hop-Kultur, als ich sie aus Deutschland kannte. Der Song begleitet eine wilde Zeit in meinem Leben, damals habe ich viel gesprüht und auch sonst nichts ausgelassen. Naja, ich habe damals aber auch oft „Mein bester Freund“ von G- Hot gehört, was wohl mit der Pubertät zu tun hatte.


Soprano – Halla Halla


Als ich nach meiner Zeit in Kanada ein Internat in Frankreich besuchte, wurde mir von meinen Klassenkameraden „Soprano“ empfohlen. Auch wenn mein Französisch mittlerweile wirklich nur noch schlecht ist, weiß ich noch, dass ich den Song Zeile für Zeile übersetzt habe. Soprano beeindruckte mich vor allem mit seinen Flow-Pattern und seiner Energie.


Bob Dylan – Times They Are A-Changin’


Meine Eltern sind selber sehr große Musikfans. Trotz mehrerer Versuche ihrerseits öffnete ich mich erst relativ spät für ihren Musikgeschmack. Bob Dylan hat mich lyrisch sehr beeindruckt und seitdem höre ich auch viele andere Singer-Songwriter wie Warren Zevon oder Tom Petty.


Tablo – Thank You For Breathing


Als ich 20 wurde hatte ich schon viel Zeit damit verbracht, Rap-Musik zu verfolgen und war – ehrlich gesagt – ein bißchen davon gelangweilt. Vor allem, wenn man selbst so viel Musik macht, verliert man irgendwann den unschuldigen Bezug des Konsumenten. Als ich koreanischen Rap für mich entdeckte war das für mich wirklich der Einstieg in eine ganz neue Welt und ich fühlte mich wieder wie mit 16, als ich das erste mal französischen Rap hörte. Tablo ist von all diesen Rappern mein Favorit. Er hat eine sehr interessante Hintergrundgeschichte und seine lyrischen Fähigkeiten sind beeindruckend.

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