Michael Kiwanuka - Kiwanuka (foto: universal music)

Michael Kiwanuka – Kiwanuka

Erscheinungsdatum
November 1, 2019
Label
Universal Music
Unsere Wertung
10
10
Ein Meisterwerk.
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Ein Album über Selbstakzeptanz und Selbstbewusstsein: So bezeichnet Michael Kiwanuka seine dritte, soeben erschienene LP „Kiwanuka“. Die Platte ist soeben via Universal Music erschienen. Sie ist ein echtes Meisterwerk geworden.

Michael Kiwanuka hat sich Zeit gelassen. Drei Jahre, um exakt zu sein. „Love & Hate“, der bis dato letzte Longplayer des Soulmusikers, erreichte seinerzeit Platz eins der britischen Alben-Charts. Hierzulande kletterte das Ding immerhin bis auf Rang sechs. Und die Single „Cold Little Heart“ schaffte es damals zum Titelsong der Serie „Big Little Lies“ mit Nicole Kidman und Reese Witherspoon. Kann man mal so machen. Für Michael Kiwanuka war „Love & Hate“ aber damals mehr als nur eine erfolgreiche Platte. Sie war eine Art Selbsttherapie, hatte einen unheimlich introspektiven Ansatz.

Bei „Kiwanuka“ ist das nun ein bisschen anders. Der 32-Jährige hat in seinem Schaffen eine neue Stufe erreicht. Eine neue Stufe der Selbstakzeptanz, die ihm erlaubt, den Blick nach außen zu richten. Politischer zu werden. Das stolze Artwork und der selbstbewusste Albumtitel, der wie ein Ausrufezeichen wirkt, drücken das ganz gut aus. „Als ich meinen ersten Plattenvertrag unterschrieb, fragten mich die Leute, wie ich mich denn nun nennen wollte. Und ich hatte über so etwas nie nachgedacht. Ich wollte nicht Johnny Thunders oder so heißen, wie so manche Sänger in der Vergangenheit. Daher kann man diesen Albumtitel auch ein wenig trotzig verstehen: Ich arrangiere mich mit der Person, die ich bin. Ich muss kein Alter Ego haben oder Sasha Fierce oder Ziggy Stardust haben. Auch wenn die Leute mir das einreden wollen. Ich bin Michael Kiwanuka.“

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Keine Frage: Der Gute ist mit sich selbst im Reinen. Er hat allen Grund dazu. Mit „Kiwanuka“ ist ihm ein neues Meisterwerk gelungen. Die neuen Songs, aufgenommen in New York, Los Angeles und London, überzeugen auf ganzer Linie. Dem folkigen Ansatz hat der Mann auf dieser – wieder von Danger Mouse und Inflo produzierten – Platte hinter sich gelassen. Kiwanuka mag’s mittlerweile opulenter, er geht hier also musikalisch den Weg weiter, den er schon mit „Love & Hate“ eingeschlagen hat. In seine Idee von moderner Soul-Musik verwebt der Londoner nun noch mehr Gospel- und Psychedelic-Rock-Elemente.

Kiwanuka verhandelt Themen wie Rassismus und Polizeigewalt

Einen Song herauszuheben, fällt hier schwer. So viele Perlen! Und die Interludes weisen ja darauf hin: Das Album ist dazu gedacht, in Gänze gehört zu werden. Wir wagen trotzdem den Versuch: Schon der Opener „You Ain’t The Problem“ mit seinen Afro-Beats, der sich gegen Rassismus und Ausgrenzung richtet, ist gleich ein echter Kracher. Ebenso wie „Hero“, in dem Kiwanuka eine Verbindung zwischen dem Mord am schwarzen Bürgerrechtler Fred Hampton (1969) und der heutigen Polzeigewalt gegenüber Afro-Amerikanern herstellt. Auch das siebenminütige „Hard To Say Goodbye“, das so fast auch von Isaac Hayes stammen könnte, überzeugt. In „Final Days“ verhandelt Kiwanuka die nukleare Apokalyspse, ehe er den Hörer dann mit „Light“ dann doch noch mit etwas Hoffnung im Herzen zurücklässt.

Ein Album, für das man sich Zeit nehmen sollte. Man wird belohnt.

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