Michael Kiwanuka - Love & Hate (foto: universal music)

Michael Kiwanuka – Love & Hate

Erscheinungsdatum
Juli 15, 2016
Label
Universal Music
Unsere Wertung
9
Anspieltipps
Cold Little Heart
Black Man in a White World
Falling
One More Night
9
Meisterhaft.
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Seit seinem Debütalbum „Home Again“ (2012) gilt Michael Kiwanuka als The Next Big Thing der britischen Soul-Musik. Dieses Versprechen löst der junge Londoner nun mit seinem neuen Album „Love & Hate“ vollends ein.

Man soll das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist. Michael Kiwanuka hat nach seinem vielversprechenden Debüt aber erst einmal auf die Bremse getreten und zwischenzeitlich tief durchgeatmet. Der Trubel um seine Person wurde ihm zuviel, er entfloh dem Bohei, zog sich zurück. Vier Jahre hat sich der gute Mann daher zwischen den beiden Longplayern Zeit gelassen. Das Warten hat sich aber gelohnt. Kiwanuka ist als Musiker noch einmal gereift und legt hier ein Album vor, das es wirklich in sich hat.

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Drehte sich der Vorgänger, wie im Titel andeutet, um eine Rückkehr nach Hause, bewegt sich der Brite mit dem mal politischen, mal sehr persönlichen „Love & Hate“ in die entgegengesetzte Richtung. Er lässt diese Heimat hinter sich, tritt hinaus ins Freie – und verlässt damit zwangsläufig auch seine Komfortzone. Schon der Auftakt ist mutig, geradezu ein Statement: Mehr als neun Minuten gönnt sich der epische Opener „Cold Little Heart“, der psychedelisch, in bester Pink-Floyd-Manier, beginnt, um sich dann in eine orchestral arrangiere Soul-Nummer zu transformieren. Gleich mal ein Ausrufezeichen, das Kiwanuka und die Produzenten Danger Mouse und Inflo hier setzen.

Von wegen „Weniger ist mehr“

Ebenfalls stark: das Blues, Gospel und Afrobeat verbindende „Black Man In A White World“, das mit seinen Clapping- und A-capella-Elementen absichtlich mit der Assoziation „Sklavenmusik“ spielt. Unheimlich bedrückende Nummer, die einem unter die Haut geht und fast kathartisch wird, als das Ganze in einer Soul-Nummer übergeht. Allerdings: Unter den zehn neuen Tracks, die der studierte Jazzmusiker Kiwanuka hier präsentiert, fällt keiner wirklich ab. Das streicherlastige „Falling“, das im Roots-Rock verwurzelte Titelstück oder das vergleichsweise optimistische „One More Night“ – man kann sich hier in so vielen wunderbaren Songs verlieren.

Weniger ist mehr, heißt es ja oft. Für „Love & Hate“ gilt das aber nicht. Die Arrangements sind zwar recht üppig, wirken aber dennoch nicht überladen. Der Bombast nimmt den Songs nicht die Emotion, das Authentische. Er unterstreicht, betont diese beiden Aspekte vielmehr. Das ist ganz großes Kino.

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